AigleIn dichtem Laube steht der Wald und schwer von Früchten,
die Flüsse wandeln sich in weiße Blüten und Saphir:
Unter den grünen Bögen kreist eine verlassene Seele
in düsterem Reigen um fahle Feuer.
Wie die klaren Quellen des Lebens,
in Sonn’licht und flackernde Schatten gekleidet,
tanzest du, Aigle, in trägem Takt.
Und nahe dir, hellweiß und blond zwischen Nymphen,
in heiterem Schweifen das Blattwerk nachzeichnend,
unter des Laubes Schattengeheimnis,
wo der rastloseste Schatten trauert,
in schimmernden Perlen und flüssigen Kristallen
fließt der Lymphen raue Freude.
Aus dem Italienischen von
© Bertram Kottmann:
Egle
Frondeggia il bosco d'uberi verzure,
Volgendo i rii zaffiro e margherita:
Per gli archi verdi un'anima romita
Cinge pallidi fuochi a ridde oscure.
E in te ristretta con le mani pure
Come le pure fonti della vita,
Di sole e d'ombre mobili vestita
Tu danzi, Egle, con languide misure.
E a te candida e bionda tra li ninfe,
D'ilari ambagi descrivendo il verde,
Sotto i segreti ombracoli del verde,
Ove la più inquïeta ombra s'attrista,
Perle squillanti e liquido ametista
Volge la gioia roca delle linfe. Antonio Rubino
Aus der Sammlung Waldgottheiten |