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Das Denkmal

An Denkmal hab' ich mir in meinem Volk gegründet,
Nicht Menschenhand erschufs, kein Gras bewächst den Pfad —
Doch stolzer ragt es auf als jenes das verkündet
      Napoleon'sche Ruhmesthat.

Nein! ganz vergeh' ich nicht: mag auch zu Staube werden
Was der Verwesung Raub, der Leib den man begräbt —
Im Liede lebt mein Geist, so lange noch auf Erden
      Auch nur ein einz'ger Dichter lebt.

Durch alles Russenland trägt meinen Ruhm die Muse,
Wo einst mich jeder Stamm in seiner Zunge nennt,
Der stolze Slave mich, der Finne, der Tunguse,
      Wie der Kalmyk der Steppe kennt.

Und lange wird mein Volk sich liebend mein erinnern,
Weil ich es oft erfreut durch des Gesanges Macht,
Für alles Gute Sinn erweckt in seinem Innern,
      Und den Gefallnen Trost gebracht.

O Muse! folge stets der Stimme deines Gottes,
Fürcht' nicht Beleidigung, nicht auf Belohnung sieh,
In Gleichmuth hör' dm Ruf des Ruhmes wie des Spottes,
      Und mit den Thoren streite nie!


Aus dem Russischen von
Friedrich Martin Bodenstedt

Alexander Puschkin
Aus der Sammlung Lyrisches und Epigrammatisches

  
  

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