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Die Frucht

In stiller Nacht schwingt sich mein Sehnen
Hinauf zu Dir,
O Vater, der Du allen denen,
Die unter vielen bangen Tränen
Im Glauben hier
Den heil’gen Samen streuen,
Ein frohes Erntefest verheißen hast,
Das ewig sie erfreuen,
Erquicken soll nach ihrer Arbeit Last,

Zwar mangelhaft, doch auch mit Weinen,
Mit Seufzen oft
Streut’ ich ihn aus und sähe keinen
Erfolg; hab’ oft auf sein Erscheinen
Umsonst gehofft.
Dann wollt’ der Mut mir sinken
Und traurig sah’ ich, fragend dann umher
Will noch kein Frühling winken?
Ach, steht das Feld noch immer öd’ und leer?

Es war ja unrecht, so zu zagen;
Wie manchen Keim
Sah’ ich schon blüh’n und Früchte tragen!
Wird einst die große Ernte schlagen,
Dann hol’ sie heim.
Auch mich dazu. Vermehre
Bis dahin meinen Glauben, dass ich treu
Im Wirken Dir zur Ehre
Und freudiger in meinem Hoffen sei!

Frankfurt n. M., den 17. August 1871.

H.J. Breiter, 1871
Aus der Sammlung Vermischte Gedichte

  
  

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