Frucht und BlumeWaldesblumen sah ich stehn,
Herrlich, labend zum Ergreifen;
Doch ihr Leben sollt‘ erst reifen
Und nicht unverhüllt vergehn.
Farbe strahlen, Düfte streun
Will die Blum‘ in frohen Spenden,
Doch auch ohne Frucht nicht enden,
Ihrer Füllung noch sich freun.
Maß und Vorbild ihrer Art
Will sie gern nicht überspringen,
Aber es doch ganz durchdringen,
Bis sie Frucht und Same ward.
Darum Kinder, Beer‘ und Frucht
Bring‘ ich. Kommt, sie zu genießen!
Doch es wird euch nicht verdrießen:
Blumen ließ ich ungesucht. Karl Mayer, 1836
Aus der Sammlung 1836 |