Recke - Biografie & LebenslaufElisabeth Charlotte Constanzia von der Recke (* 20. Mai 1754 in Schönberg, Kurland; † 13. April 1833 in Dresden) war eine deutschbaltische Dichterin und Schriftstellerin.
Elisa von der Recke wurde als Tochter des Reichsgrafen Friedrich von Medem und seiner Frau Louise Dorothea von Korff geboren. 1771 heiratete sie den Kammerherrn Georg von der Recke, von dem sie 1781 geschieden wurde. Sie betätigte sich als Diplomatin für ihre Schwester, die Herzogin Dorothea von Kurland.
1787 erschien ihre Schrift „Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen“, die sie auf einen Schlag im gesamten gebildeten Europa bekanntmachte. V. d. R. rechnet darin mit den amourösen Avancen Cagliotros ihr gegenüber - bei gleichzeitiger Darstellung dessen hochstaplerischer Umtriebe - schonungslos ab. Zarin Katharina die Große wandte ihr in Anerkennung dieses Werkes lebenslang die Erträgnisse aus einem russischen Gut zu. V. d. Recke war damit finanziell unabhängig. Zeit ihres Lebens bereiste sie Europa, um insbesondere die damaligen Geistesgrößen - z. B. Goethe, Schiller, Wieland, Herder - kennenzulernen und diese Kontakte durch langjährige Korrespondenz zu intensivieren.
Ab 1798 lebte sie fast ausschließlich in Dresden, seit 1804 zusammen mit ihrem Freund Christoph August Tiedge. Sie war befreundet mit der Familie Körner (Patin Theodor Körners), mit Anton Graff und vielen bekannten Zeitgenossen in ganz Deutschland sowie in Polen und im Baltikum. Bei den Zusammenkünften herrschte ein religiös-empfindsamer Ton, es wurden Choräle von Johann Gottlieb Naumann gesungen. Ihr Werk besteht hauptsächlich aus pietistisch-empfindsamen Gedichten, Tagebüchern und Memoiren.
Elisa von der Recke betreute insgesamt 13 Pflegetöchter. Sie liegt auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden neben ihrem langjährigen Freund Christoph August Tiedge begraben.
Werke (Auswahl)
* Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magischen Operationen, 1787 – aufklärerische Streitschrift über Alessandro Cagliostro, meist als ihr Hauptwerk angesehen
* Johann Lorenz Blessig (Hrsg.): Leben des Grafen Johann Friedrich von Medem nebst seinem Briefwechsel hauptsächlich mit der Frau Kammerherrinn von der Recke, seiner Schwester, 1792 (Digitalisat)
* Familien=Scenen oder Entwickelungen auf dem Masquenballe, ca. 1794, 1826 publiziert (Digitalisat)
* Über Naumann, den guten Menschen und großen Künstler, Artikel im Neuen Deutschen Merkur, 1803
Postume Ausgaben
* Geistliche Lieder, Gebete und religiöse Betrachtungen. Leipzig 1833. Neue Ausgabe: Teubner, Leipzig 1841.
* Paul Rachel (Hrsg.): Elisa von der Recke. Aufzeichnungen und Briefe aus ihren Jugendtagen. Band 1, Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1900.
* Paul Rachel (Hrsg.): Elisa von der Recke. Tagebücher und Briefe aus ihren Wanderjahren. Band 2, Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1902.
* Heinrich Conrad (Hrsg.): Elisa von der Recke: Herzens-Geschichten einer baltischen Edelfrau. Erinnerungen und Briefe. Lutz, Stuttgart 1921.
* Christiane Träger (Hrsg.): Elisa von der Recke: Tagebücher und Selbstzeugnisse. Köhler und Amelang, Leipzig / Beck, München 1984, ISBN 3-406-30196-7. aus Diese Biographie basiert auf einem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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