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Trinkspruch

Nun füllt mir das Glas mit dem edelsten Wein,
Ich trinke auf Einen, und wer soll das sein?
Das bring’ ich und trink’ ich dem edelsten Gut,
Dem Horte der Freiheit: dem Mannesmut.
Nun füllt und kredenzt mir noch einmal das Glas,
Ich trinke noch einmal, wem bringe ich das?
Das bring’ ich und trink’ ich dem herrlichsten Gut
In der Jünglingsbrust: der begeisterten Glut!
Es reimet sich trefflich der Mut auf die Glut,
Denn sie sind Geschwister vom edelsten Blut.
Sie schmieden die Waffen zum großen Gefecht,
Zum Kampfe für alles, was gut und was recht.
Und bleichet die Hoffnung und schwindet sie fast,
Und dränget das Schicksal und drücket die Last,
Bläst hundertfach Sturm uns vom Berge zu Tal,
So klimmen zurück wir zweihundertmal;
Denn man beugt wohl den Stahl, den doch keiner zerbricht,
Und die Glut in der Seele verlöschet man nicht.
Drum Hoffnung und Mut, das sei das Panier,
Stoßt an, dass es klingt; darauf trinket mit mir!

Ernst von Wildenbruch
Aus der Sammlung Lieder

  
  

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