AbenddämmerIm verlassenen Garten kämpft das gefräßig’ Moos
mit Efeuranken selbst um jeden Winkel,
und im Hain schlanker Zypressen
schläft im Schoß antiken Friedens,
Pan. Über die mächtige marmorne Brust,
von Windenblüten reich geschmückt,
beugt vielleicht einst mit leisem Singen
eine Nymphe den reizenden Leib.
Gottheit der Erde, freudige Macht!
Zu besorgt bist du geworden, alt wie du bist:
Für immer ist dein Quell versiegt.
Der Tag erstirbt und durch die flackernden, tiefen Schatten
weht zitternd ein fröhliches Lied, das traurig wird:
Lange blaue Schatten steigen vom Hügel herab …
Aus dem Italienischen von
© Bertram Kottmann:
Crepuscolo
Nell'orto abbandonato ora l'edace
Muschio contende all'ellere i recessi,
E tra il coro snelletto dei cipressi
S'addorme in grembo dell'antica pace
Pan. Sul vasto marmoreo torace,
Che i convolvoli infiorano d'amplessi,
Un tempo forse con canti sommessi
Piegò una ninfa il bel torso procace.
Deità della terra, forza lieta!,
Troppo pensiero è nella tua vecchiezza:
Per sempre inaridita è la tua fonte.
Muore il giorno, e nell'alta ombra inquïeta
Trema e s'attrista un canto d'allegrezza:
Lunghe ombre azzurre scendono dal monte... Antonio Rubino
Aus der Sammlung Waldgottheiten |