MondnachtI.
Nun wandert wieder blank und prall
der alte, treue Mond durchs All.
O seht ihn doch,
wie er die Wolkenbank erklimmt,
so himmelhoch,
und auf dem dunklen Wasser schwimmt!
Du Zauberer im Silberhof,
dess’ seliger Glanz zur Erde troff:
die weite Flur,
Busch, Teich und Moos und Wald und wir
sind Eines nur,
sind alle Eins und ruhn in dir.
II.
Zur Wallfahrt hat zag
sich der Mond aufgemacht,
und dem goldenen Tag
folgt die silberne Nacht.
Summt leise vor sich hin,
immerfort, ohne Ruh’.
Und die Wälder und Berge
hören atemlos zu.
Weit und breit alles Land,
das sie sehnend vernimmt,
wie ein Schifflein vom Strand
stößt es ab und — verschwimmt. Dr. Owlglaß
Aus der Sammlung Im letzten Viertel |