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Gedichte » Zeitgenössische deutsche Dichtung » Sebastian Dommel » Und, was bleibt?


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Und, was bleibt?

Was bleibt, sind nichts als Fragen.
Was bleibt, sind nur die Plagen.
Was bleibt ist nur die Sicherheit,
Der jetzt verzerrten Wirklichkeit.

Und sie sagten, du wärst schwach.
Ihre Stimmen, lärmend Krach,
Bringen dich um den Verstand,
Diesen Hass du nie gekannt,
Wolltest ihn auch nie empfinden.
Kannst Dich nirgends wiederfinden.

Dieser Hass, du selbst nicht warst,
Ein anderes Gesicht du offenbarst.
Wie grausam musst' der Schmerz nur sein,
Zu richten anderer Leben, ganz allein.

Und konntest Du Ihnen nun zeigen,
Wie schwach sie war'n, in Ihren Leiden.
Und einmal sprachst du ihre Sprach',
Im Donnerknall, dem Teufelskrach.
Und triumphierend richtest du dann hin,
Dein eig'nes Leben, ohne Sinn.

Was hast erreicht mit deinen Taten?
Alle, jeden, hast verraten.
Ihr Leben, im Verzweiflungsakt,
Geopfert in des Hauses Trakt.

Dein eig'nes Leid hast du getauscht,
Von ihren Qualen ganz berauscht.
Hast du von deinem Plan besessen,
Die Folgen deiner Tat vergessen?!
Hast gefunden sie nun du,
Die gesuchte, ew'ge Ruh?

Was bleibt, sind nichts als schnöde Schmerzen.
Was bleibt, sind tausende zerfetzte Herzen.
Was bleibt, liegt über allem stumm:
Die eine Frag' nach dem „Warum?“

© Sebastian Dommel, 2009

  
  


Sebastian Dommel   

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