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Verwandte Gedichte

 Klabund, Ahasver 
 Eichrodt, Kneiplied vom Ahasver 
 Heym, An mein Herz... 
 Ernst Goll, Ahasver 

 

Ahasver

(Alfred Henschke) Klabund


Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer,
Quelle, Wolke, Regen – Ahasver...
Tor, wer um vertane Stunden träumt,
Weiser, wer die Jahre weit versäumt.
Trage so die ewige Last der Erde
Und den Dornenkranz mit Frohgebärde.
Schlägst du deine Welt und dich zusammen,
Aus den Trümmern brechen neue Flammen...
Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt...
Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist!

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Kneiplied vom Ahasver

Ludwig Eichrodt


Mel.: Steh’ ich in finsterer etc.

Ich bin der alte Ahasver
Ich wandre hin, ich wandre her,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Es brüllt der Sturm, es rauscht das Wehr,
Nicht sterben können, o Malheur!
Mein Haupt ist müd, mein Herz ist leer,
Ich bin der alte Ahasver.

Es brummt der Ochs, es tanzt der Bär,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr,
Ich bin der ewige Hebrä’r,
Meine Ruh ist hin, ich streck’s Gewehr.

Mich hetzt und jagt, ich weiß nicht wer,
Ich wandre hin, ich wandre her,
Zu schlafen hab’ ich sehr Begehr,
Ich bin der alte Ahasver.

Ich komme wie von Ohngefähr,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer.
Ich fahre über Land und Meer,
Ich wandre hin, ich wandre her.

Mein alter Magen knurret sehr,
Ich bin der alte Ahasver,
Ich wandre in die Kreuz und Quer,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Ich lehne an die Wand den Speer,
Ich habe keine Ruhe mehr,
Ich schweife nach der Pendellehr’,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer.

Schon lang ist’s, daß ich übelhör’,
Küraçao ist ein fein Likör,
Ich finde keine Ruhe mehr,
Einst war ich unterm Militär.

Ich zahle stets, was ich verzehr’
Und wandre hin und wandre her,
Ich bin der alte Ahasver
Und meine Zunge sieht nicht mehr.

Salvatorbier ich hoch verehr’,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr,
Vielleicht noch werd’ ich Missionär,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist leer.

Wer hindert, daß ich aufbegehr’?
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer,
Ich bin der alte Ahasver.
Jetzt aber weiß ich gar nichts mehr.

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Ludwig Eichrodt

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An mein Herz...

Georg Heym


An mein Herz! Auf daß es ruhig werde.
Daß es lerne, wieder ruhig schlagen.
Ruhlos ward's, ein Schiff, das Stürme jagen,
Nacht und Tag umwandert es die Erde.

Durch die Straßen werde ich getrieben,
Von der Leidenschaften Mörderkräften
Aufgejagt, es kreist in meinen Säften
Wie ein Gift, dich bitterlich zu lieben.

Ein Ahasver, der dem Tod nachrennet
Wie ein Pfeil, such ich nach deinem Kleide.
Ach, wo bist du, Herz ! Wo ist die Weide
Meiner Labsal, eh mein Geist verbrennet.

An mein Herz ! Ich kann an nichts mehr denken,
Als an dich, daß ich dich bald umarme,
Wie ein Blitz, der aus dem Wolkenschwarme
Blendend fällt, ins Meer sich zu versenken.

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Georg Heym

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Ahasver

Ernst Goll


Ruhten wir auf Bergeshöhen
Schweigend in der Sonne Strahl –
Ruhevolle Wolken stehen
Über unserm Heimattal. –

Nahm ich deine kühlen Hände:
„Friedeleer ist mir die Welt
Dass ich wieder Frieden fände,
Hab ich mich zu dir gesellt.“

Neigtest du das Haupt und legtest
Es auf meine Schulter schwer:
„Seit du meine Seele wecktest,
Fand ich keinen Frieden mehr.“

Ruhten wir auf Bergeshöhen
Schweigend in der Sonne Strahl –
Ruhelose Wolken gehen
Über unser Heimattal. –

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Ernst  Goll

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