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Verwandte Gedichte

 Morgenstern, Hirt Ahasver 
 Knodt, Der Richter 
 Eichrodt, Kneiplied vom Ahasver 
 Heym, An mein Herz... 

 

Hirt Ahasver

Christian Morgenstern


Ich träumte jüngst, mir träumte, daß ich träumte,
daß ich geträumt, geträumt zu haben hätt',
wie Ahasver mit zweimal sieben Kühen,
den sieben magern und den sieben fetten,
im Mondschein übers Moor gewandert wär',
worüber selbst ein später Weg mich wies.
"Ei guten Abend, Meister Ahasver," -
begrüßt ich keck ihn, daß ein magres Tier
erschreckt zur Seite setzte, - "Was ist das?
Ihr treibt die vierzehn Kühe durch die Welt?"
Verächtlich schoß des Alten Blick nach mir,
und zornig murmelnd zog er einer fetten
den lauten Stecken übers Hinterteil.
Heidi! wie sich die Rinderbeine regten,
die magern immer flink voran, dahinter
mit schwipp und schwapp der Hängebäuche Trott;
bis Fern' und Dämmrung endlich sie verschlang,
und nur des Hirten wehnder Weißbart noch
ein Weilchen aus den Weiten schimmerte ...
Doch mir verschob sich alles nun. Und weiter
flog hin und her das Webeschiff des Traums.

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Christian Morgenstern

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Der Richter

Karl Ernst Knodt


Du seufzest: "Ahasver stirbt nicht,
Nie Ahasver im Herzen
Der Menschheit, die in Nacht ums Licht
Sich müht - voll steter Schmerzen."

Doch sterben auch die andern nie
Die jubelnd über die Erde,
Vor keiner Macht gebeugt das Knie,
Rufen ihr siegendes "Werde!"

Ihr strahlendes: "Wir sind Kinder des Lichts
Und glauben der Sonne Siegen,
Nicht aber glauben wir ans Nichts,
Noch an endliches Unterliegen."

In dieser jauchzenden Siegerschar
Wandelt hochhäuptig der Dichter.
Er weiß: Noch jeden Morgen war
Das Licht der Dunkelheit Richter!

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Kneiplied vom Ahasver

Ludwig Eichrodt


Mel.: Steh’ ich in finsterer etc.

Ich bin der alte Ahasver
Ich wandre hin, ich wandre her,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Es brüllt der Sturm, es rauscht das Wehr,
Nicht sterben können, o Malheur!
Mein Haupt ist müd, mein Herz ist leer,
Ich bin der alte Ahasver.

Es brummt der Ochs, es tanzt der Bär,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr,
Ich bin der ewige Hebrä’r,
Meine Ruh ist hin, ich streck’s Gewehr.

Mich hetzt und jagt, ich weiß nicht wer,
Ich wandre hin, ich wandre her,
Zu schlafen hab’ ich sehr Begehr,
Ich bin der alte Ahasver.

Ich komme wie von Ohngefähr,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer.
Ich fahre über Land und Meer,
Ich wandre hin, ich wandre her.

Mein alter Magen knurret sehr,
Ich bin der alte Ahasver,
Ich wandre in die Kreuz und Quer,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Ich lehne an die Wand den Speer,
Ich habe keine Ruhe mehr,
Ich schweife nach der Pendellehr’,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer.

Schon lang ist’s, daß ich übelhör’,
Küraçao ist ein fein Likör,
Ich finde keine Ruhe mehr,
Einst war ich unterm Militär.

Ich zahle stets, was ich verzehr’
Und wandre hin und wandre her,
Ich bin der alte Ahasver
Und meine Zunge sieht nicht mehr.

Salvatorbier ich hoch verehr’,
Ich finde sie nimmer und nimmermehr,
Vielleicht noch werd’ ich Missionär,
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist leer.

Wer hindert, daß ich aufbegehr’?
Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer,
Ich bin der alte Ahasver.
Jetzt aber weiß ich gar nichts mehr.

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Ludwig Eichrodt

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An mein Herz...

Georg Heym


An mein Herz! Auf daß es ruhig werde.
Daß es lerne, wieder ruhig schlagen.
Ruhlos ward's, ein Schiff, das Stürme jagen,
Nacht und Tag umwandert es die Erde.

Durch die Straßen werde ich getrieben,
Von der Leidenschaften Mörderkräften
Aufgejagt, es kreist in meinen Säften
Wie ein Gift, dich bitterlich zu lieben.

Ein Ahasver, der dem Tod nachrennet
Wie ein Pfeil, such ich nach deinem Kleide.
Ach, wo bist du, Herz ! Wo ist die Weide
Meiner Labsal, eh mein Geist verbrennet.

An mein Herz ! Ich kann an nichts mehr denken,
Als an dich, daß ich dich bald umarme,
Wie ein Blitz, der aus dem Wolkenschwarme
Blendend fällt, ins Meer sich zu versenken.

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Georg Heym

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