|
|
|
Verwandte Gedichte |  Heym, An mein Herz...  
 Morgenstern, Hirt Ahasver
 Knodt, Der Richter
 Klabund, Ahasver  
| | |  | An mein Herz...Georg Heym An mein Herz! Auf daß es ruhig werde.
Daß es lerne, wieder ruhig schlagen.
Ruhlos ward's, ein Schiff, das Stürme jagen,
Nacht und Tag umwandert es die Erde.
Durch die Straßen werde ich getrieben,
Von der Leidenschaften Mörderkräften
Aufgejagt, es kreist in meinen Säften
Wie ein Gift, dich bitterlich zu lieben.
Ein Ahasver, der dem Tod nachrennet
Wie ein Pfeil, such ich nach deinem Kleide.
Ach, wo bist du, Herz ! Wo ist die Weide
Meiner Labsal, eh mein Geist verbrennet.
An mein Herz ! Ich kann an nichts mehr denken,
Als an dich, daß ich dich bald umarme,
Wie ein Blitz, der aus dem Wolkenschwarme
Blendend fällt, ins Meer sich zu versenken.
Text von Heym drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|

Georg Heym
|
|  | Hirt AhasverChristian Morgenstern Ich träumte jüngst, mir träumte, daß ich träumte,
daß ich geträumt, geträumt zu haben hätt',
wie Ahasver mit zweimal sieben Kühen,
den sieben magern und den sieben fetten,
im Mondschein übers Moor gewandert wär',
worüber selbst ein später Weg mich wies.
"Ei guten Abend, Meister Ahasver," -
begrüßt ich keck ihn, daß ein magres Tier
erschreckt zur Seite setzte, - "Was ist das?
Ihr treibt die vierzehn Kühe durch die Welt?"
Verächtlich schoß des Alten Blick nach mir,
und zornig murmelnd zog er einer fetten
den lauten Stecken übers Hinterteil.
Heidi! wie sich die Rinderbeine regten,
die magern immer flink voran, dahinter
mit schwipp und schwapp der Hängebäuche Trott;
bis Fern' und Dämmrung endlich sie verschlang,
und nur des Hirten wehnder Weißbart noch
ein Weilchen aus den Weiten schimmerte ...
Doch mir verschob sich alles nun. Und weiter
flog hin und her das Webeschiff des Traums.
Text von Morgenstern drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|

Christian Morgenstern
|
|
|  | Der RichterKarl Ernst Knodt Du seufzest: "Ahasver stirbt nicht,
Nie Ahasver im Herzen
Der Menschheit, die in Nacht ums Licht
Sich müht - voll steter Schmerzen."
Doch sterben auch die andern nie
Die jubelnd über die Erde,
Vor keiner Macht gebeugt das Knie,
Rufen ihr siegendes "Werde!"
Ihr strahlendes: "Wir sind Kinder des Lichts
Und glauben der Sonne Siegen,
Nicht aber glauben wir ans Nichts,
Noch an endliches Unterliegen."
In dieser jauchzenden Siegerschar
Wandelt hochhäuptig der Dichter.
Er weiß: Noch jeden Morgen war
Das Licht der Dunkelheit Richter!
Text von Knodt drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|  | Ahasver(Alfred Henschke) Klabund Ewig bist du Meer und rinnst ins Meer,
Quelle, Wolke, Regen – Ahasver...
Tor, wer um vertane Stunden träumt,
Weiser, wer die Jahre weit versäumt.
Trage so die ewige Last der Erde
Und den Dornenkranz mit Frohgebärde.
Schlägst du deine Welt und dich zusammen,
Aus den Trümmern brechen neue Flammen...
Tod ist nur ein Wort, damit man sich vergißt...
Weh, Sterblicher, daß du unsterblich bist!
Text von Klabund drucken
Ähnliche Gedichte entdecken
|
|
|
|