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Verwandte Gedichte

 Haug, Vacunus’ Schwanenlied 
 Ernst Goll, Sehnsuchtsland 
 Friederike Brun, Der beßre Lethe 
 Lenau, Sehnsucht nach Vergessen 

 

Vacunus’ Schwanenlied

Friedrich Haug


Wenn ich nach des Lebens Eile,
Nach Verdruß und Langerweile,
Nun den Styx befahre,
Cerberus gewahre
Und die Schattenräume
Ohne Ruh und Träume,
Voll Melancholie,
Sammt den alten schwarzen
Furien und Parcen,
Stete Höllenstrafen
Ohne Brod und Schlafen,
Rhadamanthus’ Sprüche,
Ach! und keine Küche! –
Brüder! das vergess’ ich nie.

Trinken muß ich aus dem Lethe,
Doch die Schönen, Margarethe,
Emma, Clärchen, Hanne,
Julia, Susanne,
Hedwig und Rosaura,
Ida, Molly, Laura,
Margot und Marie –
Sammt des Clerus dicken
Mägdlein-Domestiken,
Anecdotenpößlein,
Fahrt mit wackern Rößlein,
L’hombre, Whist und Würfel,
Und Kaffee-Geschlürfel –
Brüder! das vergess’ ich nie.

Trinken muß ich aus dem Lethe,
Doch so manche Wunder-Fête
An der Table d’hôte,
Jagors Speisen-Note,
Harfenspielerinnen,
Die für Thaler minnen,
Knappen-Melodie,
Scherz mit Klosterfrauen,
Reisen und Verdauen,
Schauspiel und Romane,
Abenteuer-Plane,
Reiche Zinslein-Aernte,
Und – was ich nie lernte,
Brüder, das vergess’ ich nie!

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Friedrich Haug

Friedrich Haug

Sehnsuchtsland

Ernst Goll


Ich hebe mit taumliger Hand
Den Kelch und bete:
Gib mir das Sehnsuchtsland
Oder erlöschende Lethe,
Du reiner, du goldener Wein!
Nur zwischen beiden
Lass mich nicht müde sein
Und mich bescheiden!

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Der beßre Lethe

Friederike Brun


Leis' umschweben,
Hell umbeben
Uns des Abends Rosengluthen;
Still entwanken
Die Gedanken
Diesen leichtgefurchten Fluthen!

Grüne Hügel
Stehn im Spiegel
Des Gewässers eingetauchet,
Dunkle Haine
Sind vom Scheine
Goldner Wolken angehauchet.

Kleiner Nachen,
Hilf die wachen
Träume unsrer Seelen bilden!
Schon entschweben
Wir dem Leben
Zu Elysischen Gefilden!

Auf den Lethe
Blickt die Röthe
Keines Sommerabends nieder!
Uns entquelle
Deiner Welle
Der Erinnrung Schwangefieder!

Nicht vergessen,
Nur ermessen
Wollen wir der Vorzeit Stunden!
Auf! und Kränze
Aus dem Lenze
Froher Jugend still gewunden!

Auch nicht Schmerzen
Zarter Herzen
Werden in die Fluth versenket -
Sanft erfrische
Das Gemische,
Thräne, die des Freunds gedenket.

Tief hinunter
Sink', o bunter
Tand des öden Weltgewühles!
Sorg' und Kummer
Wieg' in Schlummer
Das Geträum des Kinderspieles!

So entschweben
Wir dem Leben
Hin in des Vergangnen Haine!
Nichts verlohren!
Neugebohren
Steigt der Tag aus Dämmrungsscheine!

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Friederike  Brun

Friederike Brun

Sehnsucht nach Vergessen

Nikolaus Lenau


Lethe! brich die Fesseln des Ufers, gieße
Aus der Schattenwelt mir herüber deine
Welle, daß den Wunden der bangen Seel ich
Trinke Genesung.

Frühling kommt mit Duft und Gesang und Liebe,
Will wie sonst mir sinken ans Herz; doch schlägt ihm
Nicht das Herz entgegen wie sonst. – O Lethe!
Sende die Welle!

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