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 Logau, An eine fürstliche Person 
 Platen, 54. Herein, ergreift das Kelchglas... 
 Platen, Herein, ergreift das Kelchglas! Was wollt ihr weiter tun... 
 August Corrodi, Der Spiegel 

 

An eine fürstliche Person

Friedrich von Logau


Wann Ihr für dem Spiegel steht, immer, Fürstin, zweiffelt mir,
Ob der Spiegel spiegelt Euch, ob dem Spiegel Spiegel Ihr.

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54. Herein, ergreift das Kelchglas...

August von Platen


Herein, ergreift das Kelchglas! Was ließe sich weiter tun?
Was etwa dürft ihr sonst noch, o meine Begleiter, tun?
Ihr rückt mir nur mit Unrecht ein müßiges Treiben vor,
Denn da das Schiff zu Grund ging, was sollen die Scheiter tun?
Ich weiß ein Volk, das ehmals zum Muster gedient der Welt,
Was wollt ich, wär's ein Volk noch, als rüstiger Streiter tun!
Doch greif ich zum Pokal nun, und übe Gesang, und will,
Was hart und unabweisbar, gefällig und heiter tun!
Den Himmel, wenn ans Herz euch ich drücke, begehr ich nicht,
Was sollt ich auch mit Jakobs gewaltiger Leiter tun?

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Herein, ergreift das Kelchglas! Was wollt ihr weiter tun...

August von Platen


Herein, ergreift das Kelchglas! Was wollt ihr weiter tun?
Was dürft, ihr Freunde, sonst noch, ihr Wegbegleiter, tun?
Ihr rückt mir nur mit Unrecht ein wüstes Treiben vor,
Denn, da das Schiff zu Grund ging, was können Scheiter tun?
Ich weiß ein Volk, das ehmals die Freude war der Welt:
Was wollt’ ich, wär’s ein Volk noch, als braver Streiter tun!
Doch greif ich zum Pokal nun, und sing ein Lied und will
Was hart und unabweisbar, gelind und heiter tun!
Den Himmel, wenn mein Arm dich umschlingt, begehr ich nicht,
Was sollt’ ich, wär’ ich Jakob, mit seiner Leiter tun?

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Der Spiegel

August Corrodi


Kind.

Du bist ein böser Spiegel, du!
Ich komme dir so nahe zu,
Und häßlicher nur zeigst du mich.
Wart’, Spiegel, ich zerbreche dich!

Spiegel.

Mein Kind, es thut mir leid dafür,
Daß du so gerne kommst zu mir;
Ich muß dich zeigen, wie du bist,
Da dieses meine Art so ist.

Kind.

So bleib’ ich lieber fort von dir,
Da du so wenig schmeichelst mir.

Spiegel.

Mach’s, wie du willst, denn treu und rein
Und wahrhaft muß ein Spiegel sein.

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August  Corrodi

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