Peter Reik - Biografie & Lebenslauf1971-1975 Berufsausbildung und Arbeit in der Industrie 1975-1976 Zivildienst DRK (Rettungsanitäter) 1977-1978 Friedensdienst in Jerusalem mit "ASF" 1978-1979 Ausbildung im Auswärtigen Amt, Mailand 1980-1983 Diplomatischer Dienst in Tel Aviv 1983-1986 Länderbeauftragter "ASF" in Großbritannien /trilaterales Jugendaustauschprojekt in Portugal 1986-1987 Auswärtiges Amt, Bonn 1987-1990 Konsulardienst in Zagreb, Jugoslawien 1990-1995 Diplomatischer Dienst in Tel Aviv, Zagreb (Kroatien) 1995-1998 Konsulardienst in Lyon seit 1999 Auswärtige Amt, Bonn und Berlin (diverse Tätigkeiten in Politscher und Wirtschaftsabteilung)
Peter Reik, Fernschreiben unverschlüsselt
Vom Reisen und Bleiben und von verschwundenen Bildern handeln die Gedichte, die internAA-Redakteur Peter Reik jetzt in seinem 2009 in der „edition diplomatie“ erschienen schmalen Band vorlegt. „Fernschreiben – unverschlüsselt“ betitelt der Dichter seine lakonisch-lyrischen Reiseskizzen, erinnert mit dem Titel daran, dass er aus dem diplomatischen Dienst stammt und Berichte aus Auslandsvertretungen auch „Fernschreiben“ genannt werden. In seinen „unverschlüsselten“ Texten spürt Peter Reik „verschwundenen Bildern“, Erinnerungen an Momente und Menschen, an Reisen in Polen, Portugal, Israel und dem ehemaligen Jugoslawien nach. Es sind Sommerbilder, kleine poetische Berichte, Momentaufnahmen vom Reisen, Landschaftsimpressionen und Eindrücke in und von Städten, manchmal in einer sehr lyrisch-farbigen Sprache, dann aber auch wieder sehr schlicht, fast karg gehalten, doch meist sehr treffend und stimmungsvoll.
Peter Reik, vor Jahren schon einmal für ein Villa-Massimo-Stipendium vorgeschlagen, knüpft mit der neuen Sammlung von Gedichten an sein längst vergriffenes Bändchen „Südschatten“ an. „Südschatten“ thematisierte die „Not und Härte“ des Lebens von Emigranten und ihren Heimatländern. In „Fernschreiben – unverschlüsselt“ bewegt er sich thematisch weiter und breiter, doch stehen eindeutig Texte mit „polnischen Impressionen“ im Mittelpunkt des Bändchens. Sehnsüchtig-nostaligisches Nachsinnen wechselt mit poetisch beschriebenen Alltagsbildern und dem bildhaften Aufblitzen von Reisesituationen. Auch kritisch-politische Gedichte sind in der Sammlung aufgenommen worden, so zum Beispiel der viel beachtete Text „Mostar – namenlos“, der bereits vor einigen Jahren im Friedenskalender des „Lamuv-Verlages“ erschienen ist.
Jörg Braunsdorf, Buch & Service, Berlin
Erschienen Edition Diplomatie; 5,50 Euro |