Kraft und Frucht des Gebetes.Gott! zu Dir mit Hochvertrauen
Wende immer sich mein Herz;
Auf zu Deinem Himmel schauen,
Dieß verklärt in Lust den Schmerz.
Du bist allzeit, ewig gut;
Beten d'rum gibt festen Muth,
Gibt mir Trost und Ruh' im beide,
Weiht und heiligt jede Freude.
Beten will ich früh am Tage,
Innig, betend schlummr' ich ein;
Will mit jedem Herzensschlage
Lieb' und Dank Dir Schöpfer weih'n.
Beten macht von Sünden frei,
Und zum Guten stark und treu,
Fernt Versuchung meinem Pfade,
Weiht dem Schutz mich Deiner Gnade.
Glücklich, rühm' ich Deine Ehre,
Mit entzücktem Preisgesang;
Betend wein' ich meine Zähre
In der Wehmuth heißem Drang:
Eitle Lust und eitles Weh
Schwinden hin in Deiner Näh,
Weichen jenem reinsten Frieden,
Welchen Christus mir beschieden.
Wie er lehrte will ich stehen,
Dringend und mit Deinem Geist;
Wie ich glaube wirds geschehen,
Was mir Jesu Wort verheißt.
Jesu, meine Zuversicht!
Nun und bis das Herz mir bricht,
Betend sey Dir wie mein Leben,
Auch mein Sterben übergeben. M.A. Ungewitter, 1853
Aus der Sammlung Kirchengesänge |