Balsam und RosmarinNah' einem blüh'nden Balsamstrauch
Stand ernst und still ein Rosmarin;
Im vollen Blätterschmuck wohl auch,
Doch wollt' er nicht erblühn.
Der Jüngling, der sie beide pflegt',
Er trat hinzu und sprach bewegt:
Des Mitleids schönste Blüthe ist
Die Thräne, die dem Unglück fließt,
Und Wein und Oel in Wunden gießt:
Doch, ach! der allertiefste Schmerz,
Der endlich bricht das wunde Herz,
Blickt stumm und thränlos himmelwärts. Wilhelm Smets
 |