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Die Mutter

Kam den steilen Weg empor zum Himmel
Ein gebeugtes Mütterlein geklommen.
Und die heiligen Wächter schrien: "Du wagst es,
Diesen reinen Weg empor zu kommen?

"Du, die Mutter so verderbter Söhne,
Du, die Mutter so verlor'ner Kinder!
Feile Mörder waren deine Söhne!
Diebe, Mörder! Sünder alle, Sünder!"

Und das Mütterlein mit trocknen Lidern
Senkt den Blick und wendet sich zu gehen.
Da, im klaren Schein der lichten Sterne,
Sieht sie eine hohe Fraue stehen.

Und die winkt und spricht mit milder Stimme:
"Bleib, du liebtest sie, und sie verdarben,
Deine Wünsche hast du all' begraben,
Deine Kinder waren schlecht und starben.

Seht, mir starb ein Sohn. Er war voll Liebe,
Und kein Sohn war jemals so voll Liebe.
Da er lebte, lebte er aus Liebe,
Und so starb er mir und euch aus Liebe.

Nicht ein Sternchen dieser Liebe glänzte
Jemals dieser gramgebeugten, armen,
Um ihr einzig' Glück betrog'nen Mutter.
Denkt an Christus, Wächter! Habt Erbarmen!"

Hugo Salus
Aus der Sammlung Ernte

  
  


Hugo Salus   

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