Die FauneMan hört in den Bergen die hüpfenden Bäche;
sie murmeln durch verborgene Schluchten.
Man hört in den Wäldern den Dudelsack schnarren,
das Zwitschern der heitern Schalmeien.
Und die Faune, über buschige Anhöhen eilend,
das Horn steil auf der dumpfen Stirn,
ziehen durch ihre platten Nüstern
feinen Liebestrank und wollüstige Winde.
Und unter dem großen Chor der Bäume
weint aus Liebe zum Leben, dem schönen,
die Flöte des arkadischen Hirten.
Froh, doch in Furcht vor dem Hinterhalt,
flieht jede Nymphe, schneller als ranke Gazellen,
glühenden Mundes, wie lohende Blüten.
Aus dem Italienischen von
© Bertram Kottmann:
I fauni
S'odono al monte i saltellanti rivi
Murmureggiare per le forre astruse,
S'odono al bosco gemer cornamuse
Con garrito di pifferi giulivi.
E i fauni in corsa per dumeti e clivi,
Erti le corna sulle fronti ottuse,
Bevono per lor nari camuse
Filtri sottili e zeffiri lascivi.
E, mentre in fondo al gran coro alberato
Piange d'amore per la vita bella
La sampogna dell'arcade pastore,
Contenta e paurosa dell'agguato,
Fugge ogni ninfa più che fiera snella,
Ardendo in bocca come ardente fiore. Antonio Rubino
Aus der Sammlung Waldgottheiten |