Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing   Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Christian Morgenstern » Auf vielen Wegen » Träume » Die Irrlichter


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  
 

Die Irrlichter

Ein Irrlicht, schwebt' ich heut im Traume
auf einem weiten, düstren Sumpfe,
und um mich der Gespielen Reigen
in wunderlich geschlungnen Kränzen.
Wir sangen traurig-süße Lieder
mit leisen, feinen Geisterstimmen,
viel feiner als die lauten Grillen,
die fern im Korn eintönig sangen.
Wir sangen, wie das harte Schicksal
uns wehre, daß wir Menschen würden:
So oft schon waren wir erschienen,
wo sich zwei Liebende vereinten,
doch immer, ach, war schon ein andres
Irr-Seelchen uns zuvorgekommen,
und seufzend hatten wir von Neuem
zurück gemußt zum dunklen Sumpfe.
So sangen wir von unsern Leiden -
als uns mit einem Mal Entsetzen
in wirren Läufen huschen machte.
Ein Mensch entsprang dem nahen Walde
und lief verzweifelten Gebahrens
gerade auf uns zu -: Der Boden
schlug schwankend, eine schwere Woge,
dem Armen überm Haupt zusammen.
Verstummt zu zitterndem Geflüster
umschwirrten wir die grause Stelle ...
Bald aber sangen wir von neuem
die alten traurig-süßen Lieder.

Christian Morgenstern
Aus der Sammlung Träume

  
  


Christian Morgenstern   

Christian Morgenstern


   


Vorheriges Gedicht von Morgenstern Nächster Text von Morgenstern
   Gefällt Dir das Gedicht von Morgenstern?   
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Lichtgedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
  Pfarrius: Christliche Kunst - IX. 
  Vandersee: Märchen. 
  Tschabuschnigg: Die Sage vom treuen Herzen 
  Anna Esser: V. Den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden ... 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 

Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek