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Tränen sind geflossen

Viele Tränen sind geflossen.
Laut erklang der Racheschwur.
Man hat fast sein Leid genossen.
Dieser Eifer schadet nur.

Gnade will man einkassieren.
Diese Absicht wird erkannt.
Doch man wird nicht resignieren,
und man hält gepflegt den Rand.

Die Entrüstung spinnt dann Fäden.
Doch der kleine Mann im Ohr
lässt jetzt nicht mehr mit sich reden,
und er sieht sich einfach vor.

Ganz umsonst war das Bemühen.
Doch kein Jota ändert sich.
Und ich werde Leine ziehen.
Denn du denkst allein an dich.

Roman Herberth, 2014
Aus der Sammlung Kritisch betrachtet

  
  


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