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Petri Tränen.

Luk. 22, 62.
Und Petrus ging hinaus und
weinete bitterlich.

„Weinen lasst mich, bitter weinen,
Hier auf diesen kalten Steinen
Lieg ich, bis der Tag erwacht;
Möchte er nimmer, nimmer grauen,
Möchte ich nie die Welt mehr schauen,
Bärg auf ewig mich die Nacht!

„Weinen lasst mich, bitter weinen;
Selbst die Sterne droben scheinen
Zornig her auf meine Qual;
Wie sie blitzen, wie sie funkeln!
Ach, sie mahnen mich im Dunkeln
An des treusten Auges Strahl!

„Weinen lasst mich, bitter weinen;
Ach! nur einen Blick, nur einen,
Warf sein heilig mir zu,
Einen Blick voll Lieb und Leide,
Doch der traf wie Schwertesschneide,
Lässt mir nimmer, nimmer Ruh!

„Weinen lasst mich, bitter weinen;
Weh! dem Heiligen, dem Reinen
Schärft ich noch den Todesschmerz;
Feinde dürfen ihn verklagen,
Mörder ihn ins Antlitz schlagen,
Doch der Jünger traf sein Herz!

„Weinen lasst mich, bitter weinen,
Töricht Herz, du konntest meinen:
Bis zum Tod bin ich getreu!
Lässest dich so schnell umgarnen,
Überhörst das treuste Warnen
Bis zum zweiten Hahnenschrei!

„Weinen lasst mich, bitter weinen;
Ach! die Rohen, die Gemeinen
Zogen mich in ihren Staub;
Meine Krone ist verloren,
Meine Jüngerschaft verschworen,
All mein Ruhm des Feindes Raub!

„Weinen lasst mich, bitter weinen;
Von der frommen Schar der Seinen
Schied ich mich mit eignem Mund;
Wo die Jünger beten gehen,
Muss ich nun von ferne stehen,
Denn zerrissen ist der Bund.

„Weinen lasst mich, bitter weinen,
Sagt mir nicht vom Troste; keinen
Gibt’s für diese Herzenswehn,
Als in diesen Tränenfluten
Meine Seele hinzubluten
Und im Jammer zu vergehn!“ –

„Weinen lasst mich, bitter weinen,
Endlich wird sein Freund erscheinen:
„Simon Jona, liebst du mich?“
Dass im heißen Schmerz der Reue
Sich der innre Mensch erneue,
Lasst ihn weinen bitterlich!

Karl Gerok, 1866
Aus der Sammlung Aus Gottes Wort

  
  


Karl Gerok   

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