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Heiliger Baum

Heiliger Baum, paradiesischem Boden entsprossen,
Hast du denn wieder die flammenden Blüten erschlossen?
Haben bei Nacht Engel dich wiedergebracht
Sündigen Erdengenossen?

Heiliger Baum, uns vom himmlischen Vater entzündet,
Dass er in Liebe die Kinder des Höchsten verbündet!
Grünender Reis mitten im Schnee und Eis,
Das uns den Frühling verkündet!

Heiliger Baum, so verbreite die duftenden Äste
Wieder durch, niedrige Hütten und stolze Paläste,
Lade herein in den entzückenden Schein
Tausend beseligte Gäste!

Kommet, ihr Kinder, ihr seid ja vor allen erkoren!
Tretet herein zu den leuchtend geöffneten Toren!
Freut euch des Herrn, sieht er die Kleinen doch gern,
Der als ein Kind ist geboren.

Kommet, ihr alten, gedenket verklungener Wonnen,
Kommt, in der Freude der Kleinen euch selber zu sonnen,
Grün ist der Baum, doch wie ein goldener Traum,
Ach, ist die Jugend verronnen!

Kommet, ihr Armen, den König der Liebe zu grüßen;
Ward er doch arm, um den Armen ihr Los zu versüßen;
Hirten vom Feld kamen, von Engeln bestellt,
Sanken dem Kindlein zu Füßen.

Kommet, ihr Reichen, und habt ihr den Baum euch behangen,
Lasset ein Bäumchen für Witwen und Waisen noch prangen!
Seliger ist - lernt es vom heiligen Christ -
Geben als Gaben empfangen.

Kommet, ihr Weisen, und folget dem strahlenden Sterne!
Werdet mit Kindern zu Kindern, so führt er euch gerne,
Wie er die Spur zeigte nach Bethlehems Flur
Pilgernden Weisen von ferne.

Kommet, ihr Heiden, heran von entlegenen Gestaden!
Kommet und sonnt euch im Lichte der göttlichen Gnaden,
Unter dem Baum ist noch für Tausende Raum,
Alles, was Mensch, ist geladen!

Heilige Tanne! - Die Eiche der heidnischen Alten
Stürzte, vom Beil des Apostels der Deutschen gespalten;
Aber dein Grün soll noch Jahrtausende blüh’n!
Amen! Der Höchste wird’s walten!

Karl Gerok

  
  

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