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Ritter Hiob

Es war mal eine Zauberin,
Die wusste Lied und Flüche,
Da halfen weder Medicin,
Noch Kreuz und Segenssprüche.

Der Ritter Hiob lobebar
In Dorn und Blumenketten
Verseufzt er nun schon sieben Jahr
Und Keiner könnt ihn retten.

Die Freunde standen treu ihm bei
Mit Lehren, Schelten, Predigen;
Und seiner Meinung wollte frei
Ein Jeder sich entledigen.

Ein Mann, sprach Bitter Eliphas,
Zeigt sich als Ueberwinder;
Die weite Welt hat soviel Spass,
Der billiger und gesünder.

Dann sprach Herr Bildad: Die Moral
Verurtheilt die Sirene
Und wär sie schöner tausendmal
Als Griechenlands Helene.

Emphatisch donnerte Zophar:
Ein Wahnsinn ist's vor Allen,
Die Schöne, hat ja Natternhaar
Und schwarze Geierkrallen.

Herr Hiob aber seufzte still:
Nach Spass thät ich nicht fragen;
Wenn man sie sündhaft schelten will,
Die Schöne muss es tragen.

Und Wahnsinn? Ach, euch liegt ein Fall
Hinter dem Horizonte,
Da schwatzt ihr gleich, dass aus dem All
Ein Etwas fallen konnte.

Ade, ihr Freunde, steinigt mich,
Ihr habt die Macht in Händen;
Doch meine Göttin ewiglich
Wird euer Stein nicht schänden.

Arthur (Heinrich Wilhelm) Fitger
Aus der Sammlung Preces ejus non sunt dignae

  
  


Arthur (Heinrich Wilhelm) Fitger   

Arthur (Heinrich Wilhelm) Fitger


   


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