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Pallanza

Von all dem Herrlichen, das Italiens
Reichthum mir verschwenderisch bot,
Von der Städte Glanz und des Meeres Anflut,
Der Gärten jugendlich wogender Fülle,
Von der Zinne selber des Doms von Milano,
Mit dem staunenden Blick auf den Gürtel der Alpen,
In der Rosenblüthe des ewigm Schnees,
Von Allem kehr' ich so gern, verlangend
Zurück nach der stillen Bucht von Pallanza,
Die verschwiegen liegt wie der Seligen Wohnung,
Gehüllt m's Geheimniß der duftigen Bläue,
Drei Wächterumen davor gelagert,
Die Inseln des heiligen Borromäa.

Da träum' ich mit dir in der sichern Zuflucht,
Du süßes Mädchen, das ohne Rückhalt
Sich vertraute des Fremdlings Armen. —
Träumen? — o und ich wache so hell
Wie des Tages fröhliches Morgenantlitz,
Dem die Freude selber das Auge wusch!
Und ganz enthüllt dem beglückten Mann
Gönnest, Geliebte, du dich, die selber
Entzückt ist von des Gewährens Wonne;
Und keine Gewalt in dem stillen Asyl
Veschleichen darf die Glückseligen.

Denn hinter uns, sieh, in der stillen Größe
Glänzt herüber des Monte Rosa
Ewig weißes, gefeiertes Haupt.
Das ist der Olymp!
Und Zeus ist es selber, der Liebenden Schützer,
Der oben thronet, nie schlummernden Auges.
Und ewig vergeblich
Stürmt der Zyklopen glückneidend Geschlecht
An seine nimmer erschütterte Wohnung.
Und so lange er lebt und gnädig lächelt,
Der liebevertraute, himmlische Gott,
Dürfen auch wir, du irdisches Kind,
Lieben die schönste menschliche Liebe
In der stillen, seligen Bucht von Pallanza.

Johann Georg Fischer

  
  


Johann Georg Fischer   

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