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Der fromme Ritter

Es reitet ein Ritter durch Nacht und Graus
Nach seinem sichern Felsenhaus.

Des Weges ist er kundig gut,
Gar manchen Tag er ihn reiten thut.

Ueber'n Gottesacker sein Roß ihn trägt,
Und nimmer hat Furcht sein Herz bewegt.

Und wenn er über den Todtenhof zieht,
Da singt, er leis ein frommes Lied:

"Aus der Tiefe ruf ich Herr zu dir,
Gib Frieden Allen, die schlummern hier." —

Und einstmals ängstlich der Ritter sprengt
Rasch über den Friedhof, vom Feind bedrängt.

"Aus der Tiefe ruf ich Herr zu dir!
Gib Schutz vor meinen Verfolgern mir!"

Da sind die Todten all' erwacht,
Da steigt's empor aus der Gräber Nacht.

Die Todten schwingen wild die Wehr,
Und Schrecken bannt der Verfolger Heer.

Sie sind vom starren Entsetzen stumm,
Sie wenden zur schnellsten Flucht sich um.

Die Todten hielten dem Ritter zu,
Der oft gebetet für ihre Ruh.

Der fromme Ritter durch Nacht und Graus
Kam sicher nach seinem Felsenhaus.

Ludwig Bechstein
Aus der Sammlung Mythen, Romanzen, Balladen, Erzaehlungen

  
  


Ludwig Bechstein   

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