Sturm in den AlpenDer Wettertanne
Flechtengraues Geäst
Umrahmt mit dunkeln Weisen mein Haupt;
Schwankender Nebel
Schleiergestalten
Umspielen mich mit feuchtem Kuss –
Doch jubelnde Winde
Singen sie weg,
Und berauscht grüß ich dich,
Wolkendurchwühltes Gebirg!
Den Tälern zu, brüllend, flüchten die Herden,
Als Ströme rasen die Bäche,
Lawinengefahr wimmern die Glocken –
Aber der Gott der Tugend droben
Schlägt die Tannen, die brausenden Harfen,
Aber der heilige Sänger Sturm
Wandelt wieder
In Töne die Welt. Ferdinand Ernst Albert Avenarius
Aus der Sammlung Blätter aus den Alpen |