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Verwandte Gedichte

 Goethe, Zigeunerlied 
 Rieche, Wille 
 Theodor Renaud, Bauerntanz 
 Theodor Drobisch, Ideal und Wille 

 

Zigeunerlied

Johann Wolfgang von Goethe


Im Nebelgeriesel, im tiefen Schnee,
Im wilden Wald, in der Winternacht,
Ich hörte der Wölfe Hungergeheul,
Ich hörte der Eulen Geschrei.
Wille wau wau wau!
Wille wo wo wo!
Wito hu!

Ich schoß einmal eine Katz am Zaun,
Der Anne, der Hex, ihre schwarze liebe Katz.
Da kamen des Nachts sieben Werwölf zu mir,
Waren sieben sieben Weiber vom Dorf.
Wille wau wau wau!
Wille wo wo wo!
Wito hu!

Ich kannte sie all, ich kannte sie wohl,
Die Anne, die Ursel, die Käth,
Die Liese, die Barbe, die Ev, die Beth,
Sie heulten im Kreise mich an.
Wille wau wau wau!
Wille wo wo wo!
Wito hu!

Da nannt ich sie alle bei Namen laut:
Was willst du, Anne? Was willst du, Beth?
Da rüttelten sie sich, da schüttelten sie sich,
Und liefen und heulten davon.
Wille wau wau wau!
Wille wo wo wo!
Wito hu!

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Johann Wolfgang von Goethe

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Wille

Anne-Luise Rieche


Der Wille wälzt wohlige Wogen
An den Küstensand des Seins.
Bildet bald beänstigende Bogen
Mit der Gewalt gigantischen Gesteins.

Wähle die Worte deines Willens mit Bedacht

Der Wille wirft wundersame Werte
An die Tabellen des Tages.
Zügelt zügig zalhreiche Zwerge
Die jagten das Joch jeden Jahres.

Vielleicht bestimmen sie über dein Schicksal

Der Wille wechselt wahllose Wege
Bis zum Sterben der Sterne.
Verfasst viel vermessene Verträge
Die halten die Finsternis ferne.

Möge dein Verstand deinen Willen leiten
Möge dein Herz über deinen Willen wachen
Vielleicht bestimmen sie über dein Schicksal.

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Anne-Luise Rieche

Anne-Luise Rieche




Bauerntanz

Theodor Renaud


Hans und Gret.

Macht Platz meinem Schatz
Und mir, ihr Leut’!
’s ist Kirmess im Dorf und Hochzeit heut.
Da kommen die Mädel aus ihren Stub’n,
Da singen und springen die lustigen Bub’n:
Wille, walle, lustig alle,
Alle, alle, wille, walle!

Macht Platz meinem Schatz
Und mir, ihr Leut’!
Wir zwei sind im Dorf die ersten heut!
Mein Schatz ist geputzt wie eine Prinzess,
Und ich hab’ den Kopf voll lustiger Späss’:
Wille, walle, lustig alle,
Alle, alle, wille, walle!

Macht Platz meinem Schatz
Und mir, ihr Leut’!
Uns hat unser Liebsein noch niemals gereut.
Wir zwei sind wie eins, wie eins sind wir zwei,
Und der Pfarrer sagt auch, dass es richtig so sei:
Wille, walle, lustig alle,
Alle, alle, wille, walle!

Macht Platz meinem Schatz
Und mir, ihr Leut’!
Musikanten spielt auf! ’s ist Kirmess heut!
Dem schmucken Gretel sein lustiger Hans
Will tanzen zuerst einen Extratanz:
Wille, walle, lustig alle,
Alle, alle, wille, walle!

Macht Platz meinem Schatz
Und mir, ihr Leut’!
’s ist Kirmess im Dorf und Hochzeit heut!
Ihr Mädel, was soll das Gered und Geschau?
Die Gret’ hat ’nen Mann und der Hans eine Frau:
Wille, walle, lustig alle,
Alle, alle, wille, walle!

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Ideal und Wille

Theodor Drobisch


Was der Mensch in seinen Tiefen
Sich erschuf als Ideal,
Möchte er zur Wahrheit stempeln,
Reißen an des Lichtes Strahl.

Aber gleich der Stürme Brausen
Bricht aus seinem Hinterhalt
Auf die Ruh und auf den Frieden
Feindlich drohende Gewalt.

Nimmer soll ihm Ruhe werden,
Aus dem Schlund emporgerafft
Stürzt er wieder in die Trümmer,
Denn die Ruhe hasst die Kraft.

Doch gerungen, nicht verzaget,
Mut ist Freiheit, und der Sinn,
Der empor zum Höchsten strebet
Reißt uns doch zum Ziele hin.

Ja, das Ziel, es muss uns werden,
Gähnet auch der Hölle Schacht,
Alle Schranken stürzen nieder;
Wenn der Wille auferwacht.

Ja, nur eigne Kräfte schaffen
Sich im Weltsturm das Geschick,
Denn der Wille zwingt das Schicksal
Und der Wille zwingt das Glück.

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Theodor  Drobisch

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