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Verwandte Gedichte |  Julius Hart, In der Osternacht
 Gerok, Osterlied
 Kyber, Maria Magdalena  
 Kyber, Vox Coelesta   
| | |  | In der OsternachtJulius Hart Süß duftet und leise athmet
Draußen die Osternacht,
Ruhig träumen die Gassen,
Vom blauen Monde bewacht.
Die dürren Zweige der Linde
Wiegen und schwanken im Wind,
Und durch die schauernden Lüfte
Das Blut des Frühlings rinnt.
Die Glocken tönen und läuten
Leise ins stille Gemach,
Sie läuten und rufen den Frühling
Im klopfenden Busen wach.
Und von den Blättern der Bibel
Hebe ich träumend mein Haupt, –
Und schaue des Heilands Augen,
Den längst ich gestorben geglaubt.
Ich sehe die rothen Wunden
Und den bleichen, friedlichen Mund,
Und um die Schläfe geflochten
Der Dornen blutigen Bund.
Ich trinke von seinen Augen
Der Thränen schmerzliche Glut, ...
Und fühle, wie sanft seine Rechte
Auf meinem Haupte ruht ...
Unnahbar unendliche Gottheit,
Sind's wilde Schmerzen allein,
Die von dir reden und zeugen
Und deinem göttlichen Sein?
Sind's nur die Schauer des Todes,
Aus denen dein Mund uns spricht,
Und strahlt nicht auch leuchtend im Frühling
Dein himmlisches Angesicht?
Die Glocken tönen und läuten,
Es webt und quillt in der Luft,
Rings flüstert ein süßer Zauber,
Und strömt ein Rosenduft.
Durch meine Seele ergießt sich's
Wie lodernder Rosenschein ...
Du süße, du schöne, du hohe
Geliebte, da dachte ich dein!
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Julius Hart
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|  | OsterliedKarl Gerok 2 Tim 2, 8.
Halt im Gedächtnis Jesum Christum, wel-
cher auferstanden ist von den Toten.
Osternacht, Osternacht,
Hast der Welt das Licht gebracht!
Da aus blutgen Grabgewanden
In der Früh der Herr erstanden,
Glühst du auf in Morgenpracht,
Osternacht! Osternacht!
Ostertag, Ostertag,
Wecke, was im Grabe lag!
Blumen sprossen, Quellen springen,
Kinder jubeln, Engel singen;
Jauchze, was noch jauchzen mag:
Ostertag! Ostertag!
Osterlicht, Osterlicht,
Das durch trübe Wolken bricht!
Silberschäfchen ziehn im Blauen,
Sonnenschein beglänzt die Auen;
Leucht auch mir ins Angesicht,
Osterlicht! Osterlicht!
Ostergrün, Ostergrün,
Brich aus tausend Ritzen kühn!
Schnee zerschmilzt in allen Ecken,
Goldnes Grün umsäumt die Hecken:
Hoffnung lass auf Gräbern blühn,
Ostergrün, Ostergrün!
Osterluft, Osterluft,
Leis gewürzt mit Veilchenduft!
Weckst mit deinem süßen Weben
Greife wieder neu ins Leben,
Zauberst Blumen aus der Gruft,
Osterluft! Osterluft!
Osterklang, Osterklang,
Glockenton und Lerchensang!
Schwinge deine Silberflügel
Festlich über Tal und Hügel;
Tröstend geh die Welt entlang,
Osterklang! Osterklang!
Osterheld, Osterheld,
Siegreich kommst du aus dem Feld!
Jauchzend klingts in allen Landen:
Christ, der Herr, ist auferstanden;
Segnend wandle durch die Welt,
Osterheld! Osterheld!
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Karl Gerok
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|  | Maria MagdalenaManfred Kyber Ihr Herren und Frauen auf hohlem Thron,
nicht ihr seid die Nächsten zum Gottessohn.
Vergeßt nicht, wer euch zuerst gebracht
die Kunde vom Wunder der Osternacht.
Gehabt euch bescheiden mit eurem Bann
und schlagt es in Kirchen und Herzen an:
die Erste, die den Erstandenen sah,
war Maria von Magdala.
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|  | Vox CoelestaManfred Kyber Laßt euch helfen, laßt euch halten -
aufwärts zieht der Engel Heer,
vielgestaltige Gestalten,
Mächte, Throne und Gewalten -
aufwärts zum kristallnen Meer.
Aller Mühe, allem Ringen
gibt die heilige Schar Geleit.
Jedes Wesen zu durchdringen,
breitet schirmend seine Schwingen
eine Bruderwesenheit.
Laßt euch helfen, Helferhände
sind euch segnend zugesellt,
schaffen rastlos ohne Ende
eurer Seele Sonnenwende
und die Osternacht der Welt.
Laßt entsiegeln eure Sinne,
werdet Blut von seinem Blut,
daß ihr ruht in Maienminne,
wo im Schoß der Urbeginne
Judas rote Rose ruht.
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Manfred Kyber
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