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 Flaischlen, Zu sich selbst 
 Freiligrath, Das Lied vom Hemde 
 Daniel Bergemann, Vertrauen 
 Renate Tank, VERTRAUEN 

 

Zu sich selbst

Cäsar Otto Hugo Flaischlen


Vertrauen zu sich selbst ist Kraft,
und Kraft ist Freude,
und Freude ist Leben,
und Leben ist Schaffen,
und Schaffen ist Sieg.

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Das Lied vom Hemde

Ferdinand Freiligrath

(Nach Thomas Hood)

Mit Fingern mager und müd,
Mit Augen schwer und rot,
In schlechten Hadern saß ein Weib
Nähend fürs liebe Brot.
Stich! Stich! Stich!
Aufsah sie wirr und fremde;
In Hunger und Armut flehentlich
Sang sie das »Lied vom Hemde«.

»Schaffen! Schaffen! Schaffen!
Sobald der Haushahn wach!
Und Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis die Sterne glüh'n durchs Dach!
O, lieber Sklavin sein
Bei Türken und bei Heiden,
Wo das Weib keine Seele zu retten hat,
Als so bei Christen leiden!

»Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis das Hirn beginnt zu rollen!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bis die Augen springen wollen!
Saum und Zwickel und Band,
Band und Zwickel und Saum –
Dann über den Knöpfen schlaf ich ein,
Und nähe sie fort im Traum.

»O Männer, denen Gott
Weib, Mutter, Schwestern gegeben:
Nicht Linnen ist's was ihr verschleißt –
Nein, warmes Menschenleben!
Stich! Stich! Stich!
Das ist der Armut Fluch:
Mit doppeltem Faden näh' ich Hemd,
Ja, Hemd und Leichentuch!

»Doch was red' ich nur vom Tod,
Dem Knochenmanne! – Ha!
Kaum fürcht' ich seine Schreckgestalt,
Sie gleicht meiner eignen ja!
Sie gleicht mir, weil ich faste,
Weil ich lange nicht geruht.
O Gott, daß Brot so teuer ist,
Und so wohlfeil Fleisch und Blut!

»Schaffen – Schaffen – Schaffen!
Und der Lohn? Ein Wasserhumpen,
Eine Kruste Brot, ein Bett von Stroh,
Dort das morsche Dach – und Lumpen!
Ein alter Tisch, ein zerbrochner Stuhl,
Sonst nichts auf Gottes Welt!
Eine Wand so bar – 's ist ein Trost sogar,
Wenn mein Schatten nur drauf fällt!

»Schaffen – Schaffen – Schaffen –
Vom Früh- zum Nachtgeläut!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Wie zur Straf' gefangne Leut'!
Band und Zwickel und Saum,
Saum und Zwickel und Band,
Bis vom ewigen Bücken mir schwindlig wird,
Bis das Hirn mir starrt und die Hand!

»Schaffen – Schaffen – Schaffen,
Bei Dezembernebeln fahl!
Schaffen – Schaffen – Schaffen,
In des Lenzes sonnigem Strahl!
Wenn zwitschernd sich ans Dach
Die erste Schwalbe klammert,
Sich sonnt und Frühlingslieder singt,
Daß das Herz mir zuckt und jammert.

»O, draußen nur zu sein,
Wo Viol' und Primel sprießen –
Den Himmel über mir,
Und das Gras zu meinen Füßen!
Zu fühlen wie vordem,
Ach, eine Stunde nur,
Eh' noch es hieß: ein Mittagsmahl
Für ein Wandeln auf der Flur!

»Ach ja, nur eine Frist,
Wie kurz auch – nicht zur Freude!
Nein, auszuweinen mich einmal
So recht in meinem Leide!
Doch zurück, ihr meine Tränen!
Zurück tief ins Gehirn!
Ihr kämt mir schön! netztet beim Nähn
Mir Nadel nur und Zwirn!«

Mit Fingern mager und müd,
Mit Augen schwer und rot,
In schlechten Hadern saß ein Weib,
Nähend fürs liebe Brot.
Stich! Stich! Stich!
Aufsah sie wirr und fremde;
In Hunger und Armut flehentlich –
O, schwäng' es laut zu den Reichen sich! –
Sang sie dies »Lied vom Hemde«.

London, Sommer ...

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Vertrauen

Daniel Bergemann


Misstraust Du jedem,
Misstraust Du Dir.
Misstraust Du mir,
Misstraust Du zuviel.

Vertraust Du mir,
vertrau ich Dir.
Vertrau auf Vorschuss,
Vertrau dem Gespür.

Vertrauen ist wertvoll,
Vertrauen ist rein.
Vertrauen ist ehrlich
Vertrauen macht frei.

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VERTRAUEN

Renate Tank


Vertrauen, diese wunderschöne Säule,
die alles stützen und zusammenhalten soll,
bekommt im Lauf des Lebens manche Beule.
Verwandelt manche Liebe dann in Groll.

Die Eifersucht erschrickt in ihrer Kammer.
Hielt lange Schlaf, doch nun ist sie erwacht.
Ergreift ihr altes, hässlich-rotes Banner.
Hat über Nacht den größten Brand entfacht.

So erschüttert, verlor die starke Säule
den festen Grund, denn Sand genügt ihr kaum.
An Marmorsplittern sättigt sich die Fäule,
die das Vertrauen schlingt bis an den Saum.

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