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| Lisa Alisa Anton Lukas Paul Tristan | Dieburg Auf der Leer 3, 13.09.2023 |
| Gude,
wir sind 6 Schüler aus der LGS in Dieburg. Wir müssten eigentlich dieses Gedicht analysieren. Jedoch haben wir keine Motivation und lesen deswegen die Kommentare.
Wir haben euch alle lieb
Küsschen eure 12BG3T😘
| | Joseph Freiherr von Eichendorff Abschied.
Ein Gedicht, das mich sehr berührt. Es weckt Erinnerungen.
23 Jahre war ich alt. Ein paar Monate zuvor hatte ich geheiratet Die Firma, für die mein Mann arbeitete, hatte beschlossen, ihn nach Italien zu versetzten. Zu der Zeit, Anfang der 1970er Jahre, lebten wir im Bergischen Land, eine Landschaft, die durch die Schönheit ihrer Wälder fasziniert. Für mich fast unvorstellbar woanders zu leben. Ich brauchte die Wälder zum Leben, zum Atmen. Brauchte die Ruhe zum Nachdenken.
Zwei Tage vor unserer Abreise nach Italien fuhr ich noch einmal zu dem Waldstück, wo meine Eiche stand. Ja, meine Eiche. Als ich sie zum ersten Mal sah, da war ich erst fünf. Dieser Baum war sicher schon viele hundert Jahre alt. Wenn ich ihn berührte, dann war mir, als bliebe die Zeit stehen. Ich glaubte, ich könne seinen Herzschlag spüren. Er gab mir immer große Ruhe und ein Gefühl der Geborgenheit.
Auf der gegenüberliegenden Seite stand eine Gruppe junger Buchen. Vögel sangen. Ich wurde sehr traurig. Ich lehnte an der Eiche und weinte. Weinte hemmungslos.
Ein leichtes Zittern ging durch den Baum, oder war ich das selbst? Meine Gefühle habe ich immer auf die Eiche übertragen und sie hat mir auf ihre Art geantwortet. Daran habe ich geglaubt. Diese Eiche war mein bester Freund, ein Stück Heimat.
Würde ich je wieder hierher zurückkommen? Würde ich meine Eiche jemals wiedersehen oder war es ein Abschied für immer?
Irgendwann holt uns das Leben ein und wir können gar nichts dagegen tun.
Was uns bleibt, sind Erinnerungen, die uns niemand nehmen kann.
Die Eiche und die Wälder werden immer bei mir sein. Bilder die mich begleiten, solange ich lebe.
© Maggie Schwartz
| | Gottfried Briemle | Wolfegg, 13.08.2012 |
| Nach dem Originaltext aus dem „Illustrierten Volksliederbuch“ (Verlag Moritz Schauenburg Lahr/ i.B., 1870), ist z.E. der Titel anders, z.A. hat das Gedicht nur 3 Strophen. Auch einige Worte des Textes - vor allem in der 3. Strophe - wurden vermutlich zwischenzeitlich anders interpretiert.
Hier die Version aus 1870:
DAS ERNSTE WORT
O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt'ger Aufenthalt.
Da draußen, stets betrogen,
Haust die geschäft'ge Welt;
Schlag noch einmal die Bogen,
Um mich, du grünes Zelt.
Im Walde steht geschrieben
Ein stilles, ernstes Wort
Vom rechten Tun und Lieben
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte schlicht und wahr.
Und durch mein ganzes Wesen
Wird's unaussprechlich klar.
Bald werd ich dich verlassen, Freund,
in die Fremde gehen;
Auf buntbewegten Straßen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird meines Ernst’s Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.
© Gottfried Briemle
| | Gottfried Briemle | Wolfegg, 12.08.2012 |
| Eines meiner Lieblingslieder überhaupt.
Den Text könnte Eichendorff sogar speziell für mich geschrieben haben: so gut trifft er damit mein seelisches Wesen.
Die romantische Melancholie, die in diesem herrlichen Werk steckt, ist für mich reinste Seelennahrung. - Himmelsgleich!
© Gottfried Briemle
| | Meine Mutter, geborene Hilla Klimsa, sang dieses Lied oft, weil es auch ihre Heimat war, aus der sie vertrieben wurde. Ihre Augen waren und sind dann erfüllt von einem ganz besonderen Glanz. Das lässt mich heute verstehen, wie wunderbar diese oberschlesische Heimat, die Kornkammer Deutschlands, wie sie immer sagte, gewesen sein muss. Meine Mutter ist geboren in Gross Neukirch und hat u.a. auf Schloss Trachenberg mit den Fürsten von Hatzfeld gelebt. Sie hat dieses Stück Erde in seiner Blütezeit vor dem Krieg erlebt und trug so viel in sich, war beseelt von ihrer dieser Kindheit und Jugend. Sie ist schwer an Demenz erkrankt und gestern las ich ihr einige Gedichte vor, die ich dank ihrer Seite und des iPad einfach mal eben herzaubern konnte. An ihrer Reaktion konnte ich sehen, wie gut ihr diese Gedichte taten; sie sagte wie wunderbar und der gleiche Glanz wie in früheren gesunden Zeiten stand in ihrem Gesicht. Danke an dieses tolle Forum und vielleicht gibt es Menschen, die meine Großeltern Wilhelm und Antonia Klimsa aus Erzählungen iher Eltern oder Grosseltern kannten, damit ich mehr uber diese wunderbare Heimat meiner Mutter erfahren und verstehen kann.
© Simone Pieper-Cuber
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