| | Mein Ruhm
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| 1 | | Das ist mein Stolz, daß ich in diesen Tagen, Wo feige Rücksicht so viel Zungen bindet, Und fester stets das Reich des Trugs begründet, Der Wahrheit leuchtend Banner kühn getragen; |
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| 2 | |
Daß treu mein Herz für Recht und Pflicht geschlagen, Dem folgend, was sich göttlich ihm verkündet, Und nicht, ob es in Pactols Wellen mündet? |
| 3 | |
Mit schnödem Wuchersinn je mochte fragen; |
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| 4 | |
Daß ich, gehaßt von Jenen, deren Streben In meinem Innersten ich muß verdammen, Weil sie der freien Psyche Fesseln weben; |
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| 5 | |
Daß ich geliebt von dir, den Schmerzenflammen Geheiligt und geweiht zu höh'rem Leben, Und daß in dir mir Welt und Sein verschwammen! |
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| | | Betty Paoli, 1850 |
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