HAUSSPRUCHDies Haus ist mein und doch nicht mein,
wird nach mir eines andern sein,
war vor mir eines andern schon
und bleibet stehn, geh ich davon.
Da ichs bekam in Heim und Hut,
sein Herd bleib warm, sein' Mauern gut,
der Brunnen dran mir nie versieg,
und frei zu Dach die Taube flieg!
Geschafft sei, was darin getan,
daß es der Nachbar wissen kann,
doch guck er mir nicht jedenfalls
mit seinem Fernrohr in den Hals!
Dies Haus sei all zu meiner Zeit
dem Fleiße und der Kunst geweiht,
und Liebe gehe für und für
von Herz zu Herz durch jede Tür!
Es schließe ein, es halte fern,
und frohe Gäste heg es gern,
ein Krümel Brot, ein Schlüpfel Wein,
da wird es wohl zum Guten sein.
Viel mehr steht nicht in unsrer Macht,
so nutzet auch kein Vorbedacht:
In Gottes Hand stell ich dies Haus
und die da gehen ein und aus. Josef Weinheber
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