Der Affe zu DhannGedicht von Karl Simrock"Die Wiege leer, des Grafen Kind
Hinweg, ich arme Frau!
Der Vater schlägt mich lahm und blind,
Der Raugraf ist so rauh.
"Zigeuner wohl, da kurze Frist
Ich nickte, trugens fort,
Und wo der Wald am tiefsten ist,
Da sei mein Zufluchtsort."
Und wo der Wald am tiefsten war,
Im eichenstarren Soon,
Des Grafen Affe pflegt fürwahr
Geschickt des Grafen Sohn.
Er bringt ihm Aepfel, die er fand
Dort vor des Waldes Saum,
Und süßer Beeren allerhand
Und Honig aus dem Baum.
Wiegt ihn in Schlaf auf seinem Schooß
Ganz nach der Amme Brauch,
Macht ihm ein Nett aus weichem Moos,
Sitzt dann und schlummert auch.
Da nimmt die Frau den Knaben froh
Und trägt ihn heim geschwind;
Im Schloße war schon ein Hallo
Um das verlorne Kind!
"Hier ist der Jung', er war im Wald;
Der Affe, der ihn stahl,
Er kommt wohl auch, der Schläfer bald,
Erwacht er nur einmal.
"Er hat mir Alles nachgemacht
Genau, wie ers geschaut;
Nur halt ich immer beßre Wacht
Und schnarche nicht so laut."
Des Grafen und der Gräfin Pein
War da in Lust verkehrt,
Dem Affen setzten sie in Stein
Ein Mal, das heut noch währt.
Hier hält er vor dem Saal zu Dhann
Dem Kind den Apfel hin;
Doch warum ward nicht ausgehaun
Die fleißge Wärterin? Karl Simrock
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