Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Karl Siebel » Gewohnheit


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  
 

Gewohnheit

Sie hatten sich nimmer gehaßt,
Sie hatten sich nimmer geliebt;
Sie nahmen sich selbst und sie nahmen das Glück,
So wie die Stunde es giebt.

Sie waren zusammen erblüht;
Sie hatten sich täglich geschaut;
Sie hatten gespielt in vergangener Zeit
Den Bräutigam und die Braut.

Als einmal sie scheiden gemußt,
Da wurden die Wangen nicht naß -
Sie schieden mit Lächeln – doch merkten sie bald:
"Es fehlt!" – sie wußten nicht was.

Es fehlte – sie wußten nicht was -
Sein Plätzchen am Tische blieb leer.
Und knarrte die Stiege und hallte ein Schritt,
Sie glaubt' und hofft', es sei er.

Er grübelte stumm und verstimmt;
Doch hallte vom Thurme es neun,
So wollte wie immer er eilen zu ihr,
Und sonst mocht' Nichts ihn zerstreun.

So dachte sie immer an ihn,
So dachte er immer an sie -
Sich nimmer gehaßt und sich nimmer geliebt,
Vergessen doch sie sich nie.

Wie endlich sie nun sich vereint,
Da lächelt ein gnädig Geschick -
Sie eint' eine milde und heilige Macht
Und segnend grüßet das Glück.

Karl Siebel

  
  

Vorheriges Gedicht von Siebel Nächster Text von Siebel
   Gefällt Dir das Gedicht von Siebel?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
18./19. Jh.  • Castelli: Eigenliebe 
1842  • Mayer: Gewohnheit 
Aufklärung  • Johann Gottfried Herder: Die zehnte Muse Favorit unserer LeserFavorit unserer Leser
1833  • Mayer: Gewöhnung 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 

Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek