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Venezianischer Mittag

Der Markusplatz ist ganz weiß von glühendem Sonnenschein;
Ich sitze schläfrig und träumend unter den schattigen Lauben;
Die Flaggen schlafen am Mast. Wo mögen nur jetzt die Tauben,
Wo mögen nur jetzt die lieben gurrenden Tauben sein?

Da kommt ein Tauber wichtig daher; welch ein Ernst in den Mienen!
Fürwahr: ein Doge! Er nickt kurz mit dem grauen Kopf;
Die Schleppe fegt übers Pflaster; es bläht sich der satte Kropf.
Sein Schatten selbst ist stolz auf den Herrn: "Ich bitte, nach Ihnen!"

Und da noch ein zweiter Tauber; ein Pfaff! Geschmeidig und glatt,
Schwarz und, oh, wie beweglich! Die Äuglein, wie glitzernde Tröpfchen,
Zittern nach jedem Korn. Wie rasch schluckt das hagere Kröpfchen:
Pick, pick, pick. Und blitzt zum Dogen: "Nach dir werd' ich satt!"

Der wendet das Haupt. Er sieht den hurtigen Pfaffen. Er steht;
Ihn schauert. Prr! fliegt er davon; zum Dogenpalast. Der Pfaffe
Taucht in den Schatten des Markusdoms......... Wie heiß doch die schlaffe
Mittagsglut um meine träumenden Lider weht!

Hugo Salus
Aus der Sammlung Die Blumenschale

  
  

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