TraumglückBin ich so seligkeitverwirrt,
Hat sich mein trunkner Geist geirrt,
Darf ich's den Ohren glauben?
Sie stand so märchenschön vor mir
Und sprach: "Mir träumte heut von dir!"
Mir wollt's den Atem rauben.
Wie eine Himmelsbotschaft klang's
Voll überirdischen Gesangs,
Beglückend, voll Erbarmen.
Heut nacht war diese weiße Stirn,
Der Tempel für ihr Mädchenhirn,
Herberge für mich Armen!
Ist's möglich? Ich in deinem Traum!
Es zwang zu ihres Kleides Saum
Mich auf die Erde nieder;
Ich wollt' ihn küssen. Sie entwich.
Ich aber rief: Jetzt träume ich!
O Traum, gib sie mir wieder! Hugo Salus
Aus der Sammlung Die Harfe Gottes |