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Die Fahnen

Auf dem Platze von Florenz, wo die Fahnen stehen,
Will die dunkle, schwere Nacht nicht zu Ende gehen,
Und die Fahnen stehen stumm und in tiefen Sorgen:
Käme nur der Morgen erst, der Entscheidungsmorgen!

Welche Glut und wilde Wut, Mut und Siegverlangen
Bebte gestern abend noch an die Fahnenstangen!
Hände hielten sie umfaßt, die vor Eifer glühten,
Blicke sah'n zu ihnen auf, die vor Trotze sprühten.

"In den Feind für unsere Stadt!" scholl es durch die Gassen,
"Heilige Sehnsucht, für Florenz Gut und Blut zu lassen!"
Und die Fahnenseide, seht, bläht sich auf vor Stolze,
Und sie knattert in der Luft und sie zerrt am Holze.

Hundert stolze Fahnen bläh'n sich in edlem Grimme,
Und ihr Knattern wird zum Sturm und der Sturm zur Stimme,
Und die Stimme wird zum Ruf: "Wachet auf, wir mahnen,
Bürger von Florenz, erwacht, hört auf eure Fahnen!"

Und aus schwerem Schlaf erwacht, stöhnen die Soldaten.
Malatesta, diese Nacht hast du sie verraten,
Hast verraten deine Stadt, Stadt und Volk und Brüder -
Und die Fahnen sinken schlaff an den Stangen nieder ...

Hugo Salus
Aus der Sammlung Ernte

  
  

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