Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Hugo Salus » Ernte » Der Page


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  
 

Der Page

Der Page war schon alt genung,
Nur in der Liebe war er jung,
Jung, jung und dumm.
"Ach, wär' ich nur ein bißchen kühn,
Wenn ihre Augen auf mir glühn!
Ach Gott, was gäb' ich drum!"

"Was gäbst du drum?" so flüstert's leis.
Die Nacht war heiß, vom Monde weiß.
"Sprachst du im Schlaf zu mir?" -
Die Herrin stand bei ihm. Sie lacht:
"Hältst du so laute Pagenwacht
Vor meiner offnen Tür?" -

"Ach, Herrin, ach, ich muß vergehn,
Ich bin so jung, ihr seid so schön,
So schön, so stolz und rein!
Mein Traum -" Sie schloß die Tür zum Gang,
Sie schaut ihn an so tief, so lang:
"Nun sind wir ganz allein!"

Ihm war, als stürb' er gleich vor Glück,
Da er sein Haupt vor ihrem Blick
Ins Kissen tief vergrub.
"Du Hasenherz, so fürcht' dich nicht!"
Sie stand vor ihm im Mondenlicht
In Höschen wie ein Bub.

"Graut dir vor Frau'n? So schau doch her!
Ich bin ein Bub, wie du!" - Und er?
Er schaut und traut sich kaum,
Er traut sich kaum und schaut empor ...
Dann zog der Mond den Vorhang vor,
Vor einem Traum ...

Hugo Salus
Aus der Sammlung Ernte

  
  


Hugo Salus   

Hugo Salus


   


Vorheriges Gedicht von Salus Nächster Text von Salus
   Gefällt Dir das Gedicht von Salus?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Gedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
Aufklärung  • Gleim: Das Leben ist ein Traum Favorit unserer LeserFavorit unserer Leser
19./20. Jh.  • Seidel: Reimkunststücke - 7. Es war ein Traum Favorit unserer Leser
19./20. Jh.  • Saar: Im Traum nur lieb ich dich... Favorit unserer LeserFavorit unserer Leser
19./20. Jh.  • Richard Dehmel: Zur Beichte 


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 

Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek