In das Gedenkbuch einer KünstlerinEs wurde dir beschieden
Jedwedes Glück und Heil!
Nur Wenigen hienieden
Fällt ein so holdes Theil.
Der Ruhm kam dir entgegen,
Dir ward der Schönheit Glanz,
Und von des Weibes Segen
Der allerreichste Kranz.
Doch bess'rer Gaben Blüthe
Hat dir Natur geschenkt,
Als sie die reinste Güte
In dein Gemüth gesenkt!
Als sie, daß nie dich quäle
Der Reue Unkenruf,
So lichtvoll deine Seele,
So wahr und edel schuf!
Ja! diese Gaben sind es,
Dir selber nicht bewußt,
Die, wie an's Herz des Kindes,
Mich zieh'n an deine Brust!
Wenn einst von dir gefallen
Der andern Reiz und Pracht,
Sie werden mit dir wallen,
Selbst durch die Todesnacht! Betty Paoli |