Einer schönen FrauDein Aug' ist kein dunkler Demant,
Verborg'ne Vulkane verkündend,
Und flammender Leidenschaft Brand
In andern Gemüthern entzündend.
Noch seh ich sein wahrhaftes Bild
Im friedlichen Aether sich malen,
Aus dessen Azurgrund so mild
Die Sterne, die tröstenden strahlen.
Noch gleicht es dem Auge des Reh's,
Das bittende Thränen befeuchten,
Ach, Thränen der Angst und des Weh's,
Wenn weithin die Jäger es scheuchten.
Dein Aug' gleicht der See nur allein,
Der rastlos sich wandelnden Welle,
Die je nach dem wechselnden Schein
Jetzt dunkel und jetzt wieder helle.
Vom farbigen Strahle geküßt,
Wie leuchten und schimmern die Wogen,
Wie fahl und wie grau und wie wüst,
Wenn wieder der Strahl dann verflogen.
Ja, wahrlich! der Meeresfluth bloß
Weiß ich dieses Aug' zu vergleichen;
An Schätzen zwar reich ist ihr Schooß,
Doch reicher an Trümmern und Leichen. Betty Paoli |