TauchfahrtJung ist der Tag und mit braunen Matrosen
Steigen ins Boot wir, noch klamm
Hängen die Segel am Mastbaum in losen
Schleifen und kreisen wie Möwen am großen
Himmel von Marsa-Alam.
Frisch wehen Brisen, wir lauschen den Wellen,
Duft webt von Sisha und Tee.
Trägt uns der Wind zu des Orients Quellen?
Mag unser Boot auch an Riffen zerschellen -
Wir stechen heiter in See.
Schnell geht die Fahrt voran, einzig die Planken
Trennen uns, meersalzverziert,
Von jenem Schoße, den Märchen umranken
Der nachts bei Flut, leicht, wie schöne Gedanken,
Ambra und Perlmutt gebiert.
Kein Hafen ruft. Nur noch Sonnengefieder
Streift uns, das Sindbad schon sah,
Flimmert vorm Auge uns, tanzt auf und nieder.
In allen Dingen spiegelt sich wider,
Golden, das Antlitz von Ra.
Sänge verheißener Ferne erklingen.
Männer, vom Wetter verbrannt,
Schulter an Schulter uns enger umringen -
Und wir beginnen mit ihnen zu singen,
Von ihren Liedern gebannt.
Flöte und Tabla und Zymbel bereiten
Rauschendes Fest um uns her -
Frei und vermählt mit dem Herz der Gezeiten,
Stehen an schwankender Reling und gleiten
Wir übers tanzende Meer.
Wind küßt die Stirn uns, gebietet zu Eile,
Vorm Bug entsteigen dem Schaum
Fliegender Fische verzuckende Pfeile,
Schwirren voraus unserm Boot manche Meile,
In den ägyptischen Traum. © Uwe Nolte
Aus der Sammlung Du warst Orplid, mein Land |