Gedichte: Arnim  Busch  Eichendorff  Goethe  Heine  Heym  Lessing  Morgenstern  Rilke  Ringelnatz 

Gedichte


Gedichte » Franz Alfred Muth » Waldblumen » Drittes Buch » Gottesminne » Osternacht


GEDICHTE
Neue Gedichte
Selten gelesen
Gedicht finden
Themen & Zeiten
Zufallsgedicht
Dichtergalerie
REDAKTION
Gästebuch
Gedicht des Tages
Veröffentlichen
Häufige Fragen
Kontakt
Impressum /
Datenschutz

WISSEN
Fachtermini

  
 

Osternacht

1.

Osternacht ist leis gekommen,
Zündet mählich Stern an Stern:
Gold'ner Glanz ist weit erglommen
In der blauen Himmelsfern'.
Bächlein fließen, Blumen sprießen
Für den heil'gen Ostertag,
Auferstehen, selig Grüßen
Wandelt sacht durch Flur und Hag.

Wer kann heute traurig sagen:
Mensch, gedenke an den Tod!
Wie zu Paradiesestagen
Steigt herauf ein Morgenrot.
Grün und Blumen in den Händen,
Hoffe nur, schau' himmelwärts:
Ewig Ostern wird uns spenden,
Der besiegt des Todes Schmerz!

Horch, die Lerchen in den Lüften
Künden schon den hehren Tag!
Aber Gräbern, über Grüften
Blumenduft und Lerchenschlag.
Wachet aus im Thal der Schmerzen,
Wachet auf aus Not und Tod,
Brechet Blumen, zündet Kerzen,
Überall ist Morgenrot!

2.

Aller Schnee ist weggenommen,
Überall weht Frühlingsluft,
Aber Nacht ist uns gekommen
Junges Grün und Veilchenduft.
Über Nacht ist weggenommen
Sündenschmerz und grimmer Tod,
Aber Nacht ist uns gekommen
Aberselig Morgenrot.

Drum in allen Lüften singen
Lerchen süß von Auferstehn;
Drum aus allen Thälern klingen
Glocken süß im Windeswehn;
Drum im Grund der Seele bebet
Künft'ger Auferstehung Lust;
Da der Eine, Eine lebet,
Sind wir dessen froh bewußt.

Sag', was weinest du in Schmerzen,
Giebt der Schmerz nicht Osterlust?
Nur empor mit ganzem Herzen,
Sei des Ostertags bewußt!
Wenn du mit dem Herrn erstanden
Aus dem finstern Grabe bist,
Sehnst du nach den ew'gen Händen,
Suchst du nicht, was irdisch ist.

Sange, wer voll Erdenliebe,
Wer nur lebt für Fleisch und Mut;
Wenn nur himmlisch deine Triebe,
Wenn dein Herz in seinem ruht!
Mag das Auge ihn nicht schauen,
O, er ist dir liebend nah';
Du kannst trauen, du darfst bauen,
Eh' du ahnst, ist Ostern da!

Schau' getrost in Sturm und Heben,
Schau' nur lächelnd in den Tod!
Er wird Ruh' im Sturme geben,
Er, des Lebens Morgenrot;
Er verkläret deine Wunden,
Wandelt alles Leid in Lust,
Und hienieden schon gefunden
Hat den Himmel deine Brust.

Aller Schnee ist weggenommen,
Überall weht Frühlingsluft;
Aber Nacht ist uns gekommen
Junges Grün und Veilchenduft.
Über Nacht ist weggenommen
Sündenschmerz und grimmer Tod,
Über Nacht ist uns erglommen
Überselig Morgenrot.

Franz Alfred Muth
Aus der Sammlung Gottesminne

  
  


Franz Alfred Muth   

Franz Alfred Muth


   


Vorheriges Gedicht von Muth Nächster Text von Muth
   Gefällt Dir das Gedicht von Muth?   ⇒ Kommentar/Rezension
  Weniger   Gut      Sehr gut   Ausgezeichnet     
 

 
   Feiertagsgedichte, die Sie interessieren könnten ⇒ Übersicht  
19./20. Jh.  • Kyber: Vox Coelesta Favorit unserer LeserFavorit unserer LeserFavorit unserer Leser
1881  • Julius Hart: In der Osternacht 
1919  • Ertler: Osternacht 
19./20. Jh.  • Kyber: Maria Magdalena Favorit unserer LeserFavorit unserer Leser


Gedichtsuche

  Nur im Titel suchen    
 




Konzept, Gestaltung und Inhalt © B. Ritter - Die Deutsche Gedichte-Bibliothek