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Das Buch

Ein Buch lag aufgeschlagen,
      auf irgendeinem Pult,
            in irgendeiner Nacht.

Auf seinen Seiten ruhte
      des Mondes bleiches Licht,
            des Mondes blasse Lust.

Da ließ die zwei Paginen
      der zwei Paginen Geist,
            der zwei Paginen Sinn.

Und florte wie ein Schleier,
      vom Mondenlicht gelockt,
            ins Mondenlicht hinein.

Der Schleier wies die Sonne
      (sie stieg von Seite neun
            bis Seite zehn empor

in ihrem schönsten Feuer,
      ein strahlend Phänomen,
            ein flammendes Geleucht)...

Sie hing in Mondspinnweben,
      ein güldner Ball des Glücks,
            ein güldnes heiliges Herz!

Der Fensterrahmen rückte.
      Die Klause wurde blau.
            Der Schleier sank zurück.

Das Buch lag wieder traumhaft
      samt seiner Majestät
            im wieder nächtigen Raum.

Ein Sturmstoß kam es blättern...
      Ein Sturmstoß schloß die Mär.
            Vom Turm her scholl es zwölf.

Christian Morgenstern
Aus der Sammlung Palma Kunkel

  
  


Christian Morgenstern   

Christian Morgenstern


   


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