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Gedichte » Josef Mauthner » Politische Federstriche » 48er Sonette. » III. "Herzog" Faster.


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III. "Herzog" Faster.

Zum Tabor drängt das Volk hinaus ins Grün,
Nicht länger solls das Grau der Stadt umdüstern.
Die aufgestülpten Procopsnasen glühn,
Als trügen sie das Weltreich in den Nüstern.

Die Enkel der Hussiten blicken kühn
Nach heißer Chat und kalten: Biere lüstern —
Wie zecht sichs gut nach schweren Tagesmüh'n
In "Nusles" Schatten unter alten Rüstern!

Der böhmische Löwe wurde plötzlich wach,
Ob auch der Deutsche raisonirt und witzelt,
Er schleppt den Doppelschweif pathetisch nach
Und brüllt zuweilen national gekitzelt.
Den "Redovak" und manchen anderen Reigen
Besorgen dann die Flöten und die Geigen.

2.

Der Herzog kommt! ein wüster Slavaruf,
Triumphgeschrei ! dann feierliche Stille —
Zu Pferde naht das Derbste der Pasquille,
Das je ein Gott in frecher Laune schuf.

"Mein Czechenvolk! Mit unsrer Rosse Huf
Zermalmen wir den Feind. — Das ist mein Wille!
Und zirpst du heute heimlich wie die Grille,
Sei morgen flammenspeiend, ein Vesuv!"

Seh' Faster ich in seinem Herzogsmantel,
Dann denk' ich stets an Meister Bokelsohn,
Des Größenwahnes scheußliche Tarantel
Lockt den und jenen zum papiernen Thron.
Der Eine hing zu Münster dann am Thurme,
Der Andre platzt wohl im Gelächtersturme!

Josef Mauthner
Aus der Sammlung 48er Sonette.

  
  


Josef  Mauthner   

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