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Weltgericht

Scherz.

Ach! vor jenem Todtenleben,
    Vor der Heil'gen Preißgesang,
Muß mein Haar sich sträubend beben,
    Ist mir in der Seele bang.

Denn, wenn alles abgeschnitten,
    Aufgehört der Kräfte Spiel,
Und versunken, was wir litten,
    Und erreicht das lezte Ziel.

Soll'n wir Gott, den ew'gen loben,
    Hallelujah ewig schrein,
Haben nie genug erhoben,
    Kennen nicht mehr Lust und Pein.

Ha! mir schaudert vor der Stufe,
    Die zu der Vollendung trägt,
Und ich schaud're vor dem Rufe,
    Wenn er mir an's Sterbbett schlägt.

Einen Himmel kann's nur geben,
    Und der eine ist besezt,
Muß mit alten Weibern leben,
    Die der Zahn der Zeit gewezt.

Ihre Körper liegen unten,
    Schutt und Moder obendrauf,
Und die Seelen jezt, die bunten,
    Hüpfen wirr im Spinnenlauf.

Alle sind so dünn und mager,
    Recht ätherisch und recht fein,
Leiber war'n wohl nie so hager,
    Schnürten sie auch tüchtig ein.

Doch ich störe keck die Feier,
    Heule rasend Lob und Preiß,
Und der Herrgott hört den Schreier,
    Und ihm wird's im Kopfe heiß.

Und er winkt dem ersten Engel,
    Winkt dem langen Gabriel,
Der erfaßt den lauten Bengel,
    Expedirt ihn schnell.

Seht! das alles träumt' mir heute,
Von dem lezten Reichsgericht,
Darum zürnt nicht, gute Leute,
Denn der Träumer sündigt nicht.

Karl Marx

  
  

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