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Der erste Ball

Im Frack und weiß bebindet;
    das Brusthemd rein wie Schnee;
die Finger eng umrindet
    mit Leder von Glace;

mit lackbeschuhten Füßen;
    mit Lippen, welche fahl
ein nonchalantes Grüßen
    umspielt, steht er im Saal.

Ihn trifft der Blicke Feuer.
    Er ist nicht nur „Herr von –“
Nein, mehr: er ist auch heuer
    Der „Löwe der Saison“.

*

Umwogt von Tüll und Seide;
    die Augen scheu gesenkt;
in glitzerndem Geschmeide;
    von Huldigung umdrängt;

entblößt den zarten Nacken,
    steht sie, der Reinheit Bild –
Die Jäger nahn, zu packen
    das unbeschützte Wild.

Sie will vor Scham versinken –
    Sie hört, wie man sie preißt –
Und möchte dennoch trinken
    den Trank, der Leben heißt.

*

Er naht. Mit müdem Tone
    Er seine Bitte spricht:
Kam er im Ernst, im Hohne?
    Sie bebt. Sie weiß es nicht.

Und in des Wüstlings Armen
    fliegt melodiegewiegt
Sie hin. Um ihre warmen
    Glieder sein Atem spielt.

Sie weiß nur: preisgegeben
    ward sie. Es kam zu Fall
Der Kindheit keusches Leben
    auf ihrem ersten Ball.

John Henry Mackay

  
  


John Henry Mackay   

John Henry Mackay


   


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