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Das Geisterhaus

Wie war dieser Sommertag doch schön,
wir Kinder zogen froh hinaus,
Gespenster wollten wir hör'n und sehn
in dem spukenden Geisterhaus.

Am Bach spazierten wir entlang,
der sich schlängelt durch die Wiesen,
sahen, wie Enten im Tauchergang
gründelten in kühlen Tiefen.

Ein Eisvogel stieß vom Weidenbaum
blitzschnell ins glasklare Wasser,
bracht' ebenso schnell, wir glaubten's kaum,
einen Fisch, es war ein blasser.

Wir näherten uns der Buchenschar,
wo einsam das Geisterhaus stand,
alt, wie aus tausendundeinem Jahr,
mit vermoostem Zaubergewand.

Schaurig krachte es im Gemäuer,
als spukten drinnen die Geister,
unheimlich war's und nicht geheuer
am Hause der Gruselmeister.

Lauthals riefen wir Zaubersprüche,
beschwörten heimliche Wesen;
Gespenster kamen nicht, keine Flüche,
auch keine Hexe mit Besen.

Stolz waren wir, fühlten wie Helden,
das war Kinder-Ehrensache;
zu Hause konnten wir vermelden
die erfolgreiche Attacke:

Zum Geisterhaus haben wir uns gewagt
und alle Gespenster davongejagt.

© Elisabeth Kreisl, 2013
Aus der Sammlung Kinder

  


Elisabeth Kreisl   

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