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Jehudi

Blaue Schatten steigen aus dem Boden,
verdecken die Schränke, ebenfalls blau,
ich blicke sie an, meine Gedanken färben sie schwarz,
durch die Balkontür fallen schmale Lichtlanzen,
treiben einen Keil in die Schatten, in mein Herz,
sprich mit mir, sanfter Vormittag,
leih dir die Geige Jehudis,
lass dich gebrauchen in vergangenem Spiel,
blick mit seinen Augen in die Lager des Grauens,
für ihn gibt es das Böse nicht, sagt seine  Schwester,
leih dir sein Gesicht, sein sanftes,
die Unvergänglichkeit in einem vergänglichen Leben,
seine sanfte Erkenntnis darüber…

…wenn die Sendung zu Ende ist
fallen die schwarzen Schatten des Mittags wie eine Falltür über mir zu,
wie ein Fallbeil durchtrennen sie meine Gedanken
und das Blut der Erkenntnis
ergießt sich über den Boden meines Wohnzimmers,
dass du nicht da warst,
dass du nicht da bist,
dass du nicht da sein wirst
auf den steilen Treppen des Nachmittags,
die hinunterführen in eine dunkle Nacht,
in das dunkle, kalte Bett.

© Regine Klare
Aus der Sammlung Einhundert Gedichte für die Schublade

  
  

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