Am morgenDie Bäume, sie tropfen
Vom Regen zu Nacht,
Die Tropfen, sie klopfen
Die Schultern mir sacht,
Und zwischen durch schimmert
Die Sonne herein,
Und alles da flimmert
Wie Edelgestein.
O liebliches Flüstern,
O seliger Hauch!
Ihr Augen, ihr düstern,
So perlet nun auch!
Heraus nur, du Sehnen,
Aus klopfender Brust!
Stürz nieder in Tränen,
Du quälende Lust!
O Tropfen, so glühend
Und labend Es strahlt
In jeglichem blühend
Die liebe Gestalt.
Vom saftigem Triebe
Quillt mächtig das Herz,
Und springet vor Liebe,
Und jauchzet vor Schmerz. Christian Reinhold Köstlin |